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ASA-Verband

Ende des Booms

In der Vergangenenheit hatte sich das Geschäft mit der Werkstattausrüstung gut entwickelt. Doch die Zeiten ändern sich: Unsicherheit, ein Rückgang der Automobilbranche und neue Herausforderungen bremsen das Wachstum.

ASA-Präsident Frank Beaujean ging in seinem Bericht zur Lage der Werkstattausrüstungsbranche 2019 zunächst auf Entwicklungen im Verband ein. „So wurde Harald Hahn im Juni mit großer Mehrheit für weitere zwei Jahre im Amt des Vizepräsidenten bestätigt“. Es sei nicht nur seine siebte Amtszeit, die er mit unvermindert großem Engagement betreibe. „Harald Hahn ist als europaweit gefragter Experte permanent in Sachen künftige Abgasgesetzgebung unterwegs und das, obwohl er seit zwei Jahren eigentlich im Ruhesstand ist.“

Engagierte ehrenamtliche Mandatsträger zu finden, werde für den Verband allerdings zusehends schwierig. Dabei sind die dringend notwendig, denn der Verband bedient national und auf europäischer Ebene ein immer breiteres Themenspektrum. Auch darum hat sich der ASA-Verband mit einer Satzungsänderung in diesem Jahr für Unternehmen geöffnet, die selbst kein Werkstattausrüstungsgeräte oder -software produzieren, aber Dienstleistungen rund um Werkstattausrüstung anbieten. „Mit diesem Schritt konnten wir bereits namhafte Kalibrierlabore und Werkstattausrüstungshändler als neue außerordentliche Mitglieder für den Verband gewinnen“, sagte Beaujean.

Geschäft konsolidiert sich

Die Geschäfte der ASA-Verbandsmitglieder haben sich im Jahr 2019 zunächst auf dem erwartet hohen Niveau des Vorjahres fortgesetzt. Allerdings ist in der zweiten Jahreshälfte bereits die erwartetet Normalisierung der Absatzzahlen in den meisten Produktgruppen eingetreten. Hohe Nachfrage bestehe nach wie vor nach Bremsprüfständen (Pkw, Nkw). Abgastester und Scheinwerfereinstellgeräte, die noch 2018 mit hervorragenden Absatzzahlen glänzten, hatten schon seit dem ersten Quartal mit starken Einbrüchen zu kämpfen. „Die Investitionen in diesen Produktgruppen waren vor allem durch Gesetzgebungen getrieben. Das wird sich nicht wiederholen. Provokant könnte man formulieren: Die fetten Jahre sind vorbei“, sagte Beaujean.

Der Markt werde sich, vergleichbar mit den Jahren 2015 und 2016, in einen reinen Verdrängungsmarkt konsolidieren. Naturgemäß wirke sich diese Konsolidierung in manchen Produktkategorien stärker aus als in anderen. „Wir gehen nicht davon, dass die Einführung der Partikelmessung zum 1. Januar 2021 diese Rückgänge kompensieren kann“, sagte der ASA-Präsident.

Wachstumsmarkt Kalibrierung

Weiteres Wachstum dürften allerdings die Kalibrierlabore verzeichnen. Die vom Verband initiierte Branchenlösung (Bevollmächtigten-Prinzip) hat sich in der Praxis als qualitativ hochwertig und ausgesprochen leistungsfähig erwiesen. „Mittlerweile kalibrieren die akkreditierten Dienstleister pro Monat bis zu 10.000 Abgasmesseinheiten und bis zu 3.000 Bremsprüfstände“, sagte Beaujean.

Nachholbedarf sieht der Verband jedoch bei der Kalibrierung von SEP´s. Hier liegt die aktuelle Zahl bei maximal 250 kalibrierten Systemen pro Monat. Ursächlich hierfür ist auch die in Teilen unpräzise HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie, die 2018 verabschiedet wurde. Streng genommen darf ein Prüfingenieur die Fahrzeug auf einem nicht-konformen Prüfplatz nicht durchführen, in der Praxis sei dies jedoch nicht der Fall. Zudem sind neue Scheinwerfertechnologien eine Herausforderung, die bisher gar kein Problem waren. Daher hat die SEP-Expertengruppe des ASA-Verbands hat Anfang November 49 Änderungsvorschläge zur Präzisierung der Richtlinie an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur übermittelt.

Präzisierungsbedarf sieht der Verband auch bei der Zulassung von Kalibriersystemen. „So genannte intern zurückgeführte Kalibriersysteme müssen in ihrer Präzision und Aussagekraft mit den Kalibriersystemen, die nach DAkkS akkreditiert wurden, vergleichbar sein. Andernfalls messen wir im wahrsten Sinne des Wortes mit zweierlei Maß“, so der ASA-Präsident.

Getrübte Welthandels-Stimmung

Sorge bereiten dem Verbandspräsidenten mit Blick auf das kommende Jahr weltweit schwelende Handelskonflikte. Werde beispielsweise der Handelsstreit zwischen den USA und China nicht beigelegt, treffe das auch die Werkstattausrüstungsbranche. Und auch das nimmer enden wollende Thema Brexit könnte der Branche zu schaffen machen. „Kommt es zum Brexit, müssen sich unsere Mitglieder auf höhere Abwicklungskosten und möglicherweise auch Zölle im Warenhandel einstellen“, so Beaujean.

Viele Aufgaben in Europa

Egal ob der Brexit kommt oder nicht, sicher ist, dass die Kollegen des englischen Werkstattausrüsterverbandes GEA dem europäischen Dachverband EGEA (european garage equipment assocation) weiterhin angehören werden. Die Unterstützung der britischen Kollegen ist wichtig, denn die Lobby-Arbeit auf europäischer Ebene fordert zunehmend mehr Zeit und Engagement. „Die internationale Verbandsarbeit war noch nie so intensiv wie in den letzten beiden Jahren“, sagte Frank Beaujean, der selbst seit Jahren dem EGEA Board of Directors angehört. Dabei kämpfen die Repräsentanten der Werkstattausrüster oft mit stumpfen Waffen. Denn den meist ehrenamtlichen Akteuren in der EGEA steht beispielsweise ein Heer von 180 hauptamtlichen Lobbyisten der Automobilindustrie gegenüber.

Um hier die Interessen der Werkstattausrüster und des freien Marktes an den richtigen Stellen artikulieren zu können, setzt die EGEA auf Kooperation mit anderen Verbänden des freien Reparaturmarktes in Europa unter dem Dach der AFCAR (Alliance for the Freedom of Car Repair in Europe). Zudem hat die EGEA beschlossen, die Strukturen ihres Büros in Brüssel deutlich zu straffen und sich mit einem hauptamtlichen technischen Berater zu verstärken.

Diese Position übernimmt künftig der Spanier Jordi Brunet (52). Der Ingenieur für Elektrotechnik ist seit 1996 in der Werkstattausrüstungsbranche tätig. Die politische Arbeit in der EGEA ist ihm bestens vertraut. Drei Jahre führte er die Working Group 6 (WG 6 - Braking/ Suspension Testers). Er soll gezielt branchenrelevante Themen in den entsprechenden Gremien bei EU-Rat und -Kommission vorantreiben.

Existenzbedrohend

„Der faire Zugang zum bzw. in das Fahrzeug (Sensoren, Fahrzeugbordnetz, Dashboard und Daten) bestimmt wesentlich die mittel- und langfristige Zukunft der Werkstattausrüsterbranche, der freien Werkstätten und Teilehändler.“ Und letztlich werde ein fairer Zugang darüber entscheiden, ob Verbraucher künftig ihren Servicepartner noch frei wählen können oder zwangsweise per Telematikservices an die kurze Leine der Automobilhersteller gelegt werden. „Auf dieses Thema fokussieren wir uns im kommenden Jahr mit aller Kraft und allen uns im Verband und der EGEA zur Verfügung stehenden ehrenamtlichen Experten“, so Frank Beaujean abschließend.

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