News 06.11.2018

Einmal tanken – 7,90 Euro

Die Telekom will ihre Stromverteilerkästen zu E-Auto-Tankstellen upgraden. Damit bekäme die bundesweite Ladeinfrastruktur auf einen Schlag ein um mehrere tausend Ladepunkte erweitertes Netz.

Die hellgrauen Stromverteilerkästen der Telekom stehen zu Hunderttausenden in den Städten herum, um Haushalte und Infrastrukturen von der Ampel bis zur Straßenlaterne mit Strom zu versorgen. Demnächst werden auch noch E-Autos hinzukommen. In Darmstadt und Bonn befinden sich bereits zwei Stromkasten-Ladepunkte im Testbetrieb. Die Telekom will das Netz sukzessive erweitern, wobei bislang genaue Angaben zur Zahl der geplanten Ladepunkte fehlen. Vom mehreren tausend ist die Rede, bei einem Gesamtpotenzial von rund 380.000 Kästen.

 - Die Telekom will die unscheinbaren grauen Stromverteilerkästen zu E-Auto-Ladestationen upgraden. Die dürften dann aber anders aussehen als auf dieser Bildmontage.
Die Telekom will die unscheinbaren grauen Stromverteilerkästen zu E-Auto-Ladestationen upgraden. Die dürften dann aber anders aussehen als auf dieser Bildmontage.
Deutsche Telekom

Für die Umrüstung stattet die Telekom die Kästen mit einem Stromanschluss für die E-Autos und einem digitalen Messpunkt aus, der Daten über die vorhandene Internetschnittstelle übermitteln kann. Zwei Autos sollen gleichzeitig an den Typ-2-Anschlüssen mit einer Maximalleistung von 11 Kilowatt Strom zapfen können. Das reicht für den kleinen Stromimbiss zwischendurch, wenn man während des Einkaufens oder in der Arbeitszeit einen Parkplatz an der grauen Kiste bekommt.

Allerdings plant die Telekom eine Abrechnung unabhängig von der Menge des gezapften Stroms – jeder Anschlussvorgang soll einfach 7,90 Euro kosten, egal wie lange oder wie viel geladen wird. Demnach dürfte sich nicht jede Gelegenheit lohnen – für den kleinen Schluck Strom während des Besuchs beim Bäcker oder dem Friseur rechnen sich knapp acht Euro eher nicht.

Die Telekom wirbt für ihr Konzept mit dem Argument, dass durch die Nutzung der vorhandenen grauen Kästen keine neuen Infrastrukturen in das Stadtbild eingebaut werden müssten. Ob die grauen Kästen optisch aufgewertet werden, um sie von normalen Stromkästen zu unterscheiden oder um sie überhaupt im Stadtbild wieder wahrzunehmen, verrät die Telekom noch nicht. Fraglich bleibt, ob die Parkzeit an den Stationen begrenzt ist – oder bei Überschreitung einer bestimmten Zeit kostenpflichtig.