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Michael Mink geht in der Personalsuche immer wieder neue Wege. 
Foto: amz – Ingo Jagels
Michael Mink geht in der Personalsuche immer wieder neue Wege. 

Personalsuche

Ein Video sagt mehr als tausend Worte

Fehlendes Personal ist mittlerweile für viele Kfz-Werkstätten zu einem echten Problem geworden. Michael Mink, Inhaber eines Fahrzeugreparatur- und Lackierzentrums im Bremer Umland, macht mit selbst erstellten Videos auf seine Firma aufmerksam.

Kennen Sie die Glaserei Sterz aus Geestland bei Bremerhaven? Spontan dürften wohl nur die wenigsten Leser der amz die Frage mit „Ja“ beantworten. Wenn Sie allerdings regelmäßig in den Sozialen Medien unterwegs sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie vor ein paar Jahren ein Video des Handwerksbetriebs von der Waterkant gesehen haben.

Firmeninhaber Sven Sterz war seinerzeit auf der Suche nach zwei Auszubildenden und hatte dafür ein Video mit „Knalleffekt“ veröffentlicht. In den ersten Sekunden des kurzen Filmchens ließ er eine Glastür auf das Pflaster seines Firmengeländes fallen – mit lautem Getöse zerplatzte die Scheibe in Tausend Einzelteile. Allein bei Facebook ist das Video seither über 4,1 Millionen Mal aufgerufen worden.

Auf ganz so hohe Zugriffszahlen kann Michael Mink zwar nicht verweisen, aber auch er hat in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen damit gemacht, mit Hilfe von selbst erstellten Videos potenzielle Bewerber auf seinen Karosserie- und Lackierbetrieb und seine Firma für Fahrzeugbeschriftungen und Werbetechnik aufmerksam zu machen. Und immerhin: Das jüngste Video zur Personalsuche erreichte auf Instagram eine fünfstellige Zugriffszahl – ganz sicher eine mehr als respektable Zahl angesichts des doch sehr spezifischen Themas und der bewusst räumlich eingegrenzten Verbreitung.

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Die Arbeit an hochwertigen Sportwagen zählt zu den Hightligts in einer Karosseriewerkstatt.  
Foto: amz – Ingo Jagels
Die Arbeit an hochwertigen Sportwagen zählt zu den Highlights in einer Karosseriewerkstatt.  

Viele unterschiedliche Dinge ausprobiert

Bei der Suche nach neuem Personal geht Mink, der sein Unternehmen vor gut 30 Jahren zusammen mit seinem Vater gegründet und aufgebaut hat, immer wieder neue Wege. „Wir haben im Laufe der Zeit viele unterschiedliche Dinge ausprobiert, um gute Mitarbeiter für uns zu gewinnen“, erklärt der Unternehmer. Während er in den Anfangsjahren noch auf klassische Zeitungsanzeigen oder gelegentliche Spots auf einem regionalen Radiosender setzte, spielen heute die großen Social-Media-Plattformen die entscheidende Rolle.

Der Weg über das Internet habe nach seinen Worten entscheidende Vorteile: Mit einem überschaubaren Budget sei es hier möglich, die angesprochene Zielgruppe sehr passgenau zu erreichen. War vor einigen Jahren noch Facebook die erste Wahl für das Ausspielen der Unternehmensvideos, verspreche mittlerweile Instagram die besten Trefferquoten. Mink: „Man muss sich halt genau überlegen, auf welcher Plattform man die richtigen Personen antrifft. Wenn man einen neuen Auszubildenden sucht, wird Facebook kaum weiterhelfen können, weil die Nutzer mittlerweile dort viel zu alt sind.“

Von Plattformen wie Tiktok oder Snapchat, auf denen sich die Jugend tummelt, hält der Norddeutsche aktuell noch nicht allzu viel. Für geschäftliche Zwecke fehle es hier meist an Sachlichkeit. In Stein gemeißelt sei in diesem Bereich aber definitiv nichts. „Man muss immer beobachten, wie sich die Dinge im Internet entwickeln und stets offen für neue Entwicklungen sein“, lautet der Ratschlag des Praktikers, dessen wichtigste Impulsgeberin in Sachen Social Media übrigens seine 19-jährige Tochter ist.

Videos ohne großen technischen Aufwand

Und der Erfolg gibt ihm Recht: Rund die Hälfte der 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – darunter elf Auszubildende in fünf Berufsbildern, die aktuell an den drei Standorten des Unternehmens in Stuhr/Brinkum und Groß-Mackenstedt im Bremer Umland tätig sind, konnten nach den Worten des Firmeninhabers über die vielfältigen Social-Media-Aktivitäten gewonnen werden.

Seine Videos erstellt Mink übrigens ohne besonderen technischen Aufwand. Für seine Zwecke sei weder eine teure Aufnahmetechnik noch ein professioneller Videoschnitt erforderlich. In den meisten Fällen nutzt Mink einfach nur sein Handy. Alternativ dazu sitzt er an seinem Schreibtisch und spricht in ein herkömmliches Standmikrofon, während eine Webcam für die passenden Bilder sorgt. Die Videos sehen daher vielleicht nicht unbedingt hochprofessionell aus, sind dafür aber sehr authentisch und erfüllen ihren Zweck.

Über die im Internet verbreiteten Videos erhält die Karosseriewerkstatt regelmäßig eine Reihe von Bewerbungen. Interessanterweise sind nach den Worten Minks gerade im Caravanbereich immer wieder auch potenzielle Quereinsteiger mit dabei. Mink: „Gerade neulich hatten wir einen Zimmermann hier im Gespräch, der sich für den Wechsel zu uns interessierte.“ Was auf den ersten Blick vielleicht ein wenig abwegig erscheine, könne nach einer gewissen Einarbeitungszeit aber durchaus funktionieren.  

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Der Hauptsitz des Unternehmens in Stuhr/Brinkum.
Foto: amz – Ingo Jagels
Der Hauptsitz des Unternehmens in Stuhr/Brinkum.

Zusatzleistungen zur Personalbindung

Neues Personal zu finden ist für Mink aber natürlich nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist es, gute Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden. Daher bietet er seiner Belegschaft einige Zusatzleistungen, die über das normale Maß hinausgehen. Dazu zählen beispielsweise die Unterstützung in der Altersvorsorge oder das „Jobrad“, sprich das vergünstige Leasing eines E-Bikes. Von den Mitarbeitern ebenfalls gerne genutzt wird die vergünstigte Mitgliedschaft in einem benachbarten Fitnessstudio. Und nicht zuletzt haben die Beschäftigten die Möglichkeit, samstags in der Werkstatt an privaten Fahrzeugen zu arbeiten. „Was aber selbstverständlich nur für die eigenen Autos oder Fahrzeuge aus dem engen familiären Umfeld gilt“, betont Mink.  

Nur einmal musste der rührige Unternehmer eine Aktion zur Mitarbeitersuche schnell wieder beenden: Vor ein paar Jahren hatte er eine Wechselprämie in Höhe von 1.000 für einen neuen Mitarbeiter angelobt. Das fanden die eigenen Leute dummerweise ungerecht. Mink: „Das kann einem natürlich passieren, wenn man viele Dinge ausprobiert. Aber im Regelfall lohnt es sich, neue Wege zu beschreiten.“

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