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Der Unimog als Leistungs- und Sympathieträger

Wer denkt denn bitte beim sperrigen Begriff UNIversal-MOtor-Gerät an eine mittlerweile 75-jährige Erfolgsgeschichte? Und doch kann der Unimog auf mehr als 30 Baureihen und über 380.000 abgesetzte Einheiten zurückblicken.

Bella Figura auch abseits der Piste – für den Arbeitseinsatz schätzen Halter ihr UNIversal-MOtor-Gerät, kürzer und bekannter unter der Bezeichnung Unimog. Der Allrounder ist in die Jahre gekommen und kürzlich erinnerte das zuständige Daimler-Department "Mercedes-Benz Special Trucks" an sein 75-jähriges Jubiläum: Beginn dieser Zeitrechnung war das Jahr 1946, als Albert Friedrich, Heinrich Rößler, Christian Dietrich und Hans Zabel in Schwäbisch Gmünd erste Prototypen entwickelten und sich ihr kompaktes Nutzfahrzeug durch die amerikanische Verwaltungsbehörde in Baden-Württemberg genehmigen ließen. Motorlieferant wurde ab 1947 Daimler-Benz mit dem OM 636. Die Serienfertigung startete 1948 bei der Werkzeugmaschinenfabrik Gebrüder Boehringer in Göppingen. Seit 1950 gehört Unimog zu Daimler und wurde erst in Gaggenau produziert. Ab Mai 1953 trug der Unimog den Mercedes-Stern – zuvor den stilisierten Ochsenkopf mit Hörnern in Form eines "U". In den 1960er Jahren ergänzten eine mittlere Baureihe, Mitte der 1970er eine schwere Baureihe seine zu Beginn kompakten Abmessungen. Seit 2002 rollt der Allzweckwagen übrigens im pfälzischen Wörth vom Band – neben lizensierter Produktionen in Argentinien und im türkischen Mercedes-Benz Lkw-Werk in Aksaray.

In Landwirtschaft, beim Technischen Hilfswerk oder Militär und auch im kommunalen Einsatz punktet der Allrounder über die Jahre mit Portalachsen, der elektronisch-pneumatischen "Telligent"-Schaltung inklusive zuschaltbarem Allradantrieb, Tempovariabilität (von einem Kilometer pro Stunde bis Schnellstraßen-Geschwindigkeit), einer Abmessungsvielfalt sowie der Leistungshydraulik "VarioPower". Eine weitere Besonderheit ist die Wechsellenkung "Vario-Pilot": Mit diesem Feature können Lenksäule, Instrumententafel und Regelanlage innerhalb kurzer Zeit in Rechts- oder Linkslenkerposition verschoben werden. Ein bedeutsamer Pluspunkt ist nicht zuletzt die Möglichkeit zum Antrieb einer Vielzahl von An- und Aufbaugeräten. In diesem Kontext sorgen Front- und Heckzapfwelle sowie der seitliche Nebenabtrieb für die Energieversorgung im Gerätebereich. Diese Entwicklung geht einer Unimog-Broschüre zufolge auf Alfred Schmidt zurück, der 1951 im elterlichen Betrieb einen Schneepflug mit einem Unimog koppelte. Dies wird bei Daimler als Startschuss für das Andocken von Anbaugeräten gesehen. Auf Schmidt geht übrigens die heutige Aebi Schmidt-Unternehmensgruppe zurück, ein Spezialist für Schneeräum- und Kehrmaschinen. Heute gibt es ein Geräte-Freigabesystem für die Kooperation mit weltweit 250 Geräte- und Aufbaupartnern und insgesamt 3.500 Freigaben.

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Foto: Daimler AG Ab 1953 war für die Unimog-Baureihen 401/402 auch ein geschlossenes Fahrerhaus verfügbar.

Neben Aebi Schmidt sind Anbauprodukte von unter anderem Gmeiner, Hansa und Mulag hoch im Kurs der Kommunalwirtschaft. Für diesen kommunalen Einsatz als Straßenkehrer, Schneeräumer oder Blumengießer ist der Unimog nach Ansicht so manches Anhängers etwas unterfordert. Pilgerstätte für Fans ist übrigens das vor 15 Jahren eröffnete Unimog-Museum in Gaggenau. In 75 Jahren kann der aktuell nur mehr in den zwei Varianten "geländegängiger Geräteträger" und "hochgeländegängiges Transportfahrzeug" erhältliche Alleskönner auf über 30 Baureihen und über 400.000 abgesetzte Einheiten zurückblicken. Hinter dem Unimog-Service steht eine weltweit organisierte Servicestruktur mit über 650 Service-Standorten in mehr als 130 Ländern, davon rund 220 so genannten „Unimog Generalvertretungen“ (UGV) in Deutschland.

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Foto: Daimler AG 75 Jahre Unimog: Im Jubiläumslogo der Daimler AG stehen Mercedes-Stern und Unimog-Ochsenkopf gleichberechtigt nebeneinander.
Foto: Porsche

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Der Porsche im Italo-Maßanzug

Abarth und Porsche – zwei Namen, die aus der Geschichte des Motorsports nicht wegzudenken sind. Vor sechzig Jahren kam es zu einer denkwürdigen Kooperation der Konkurrenten. Resultat war der Porsche 356 B Carrera GTL Abarth.

Foto: Hans W. Mayer

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Minimalauto zum Dumpingpreis

Der VW Käfer war in den ersten Nachkriegsjahren für viele Autofahrer keine Option, weil er schlicht zu teuer war. In diese Lücke sprang 1950 der Ingenieur Paul Kleinschnittger mit seinem selbstkonstruierten F 125.

Foto: Thyssen-Krupp Bilstein GmbH

Tuning-Neuheiten

Aus den Leistungsschmieden

Mit Evo Performance bringt Bilstein neue Gewindefahrwerke. ST Suspensions bietet mehr Individualisierung. Lorinser beschenkt sich jubiläumsbedingt selbst.