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Foto: Daimler AG
Im Herbst werden alle Sprinter mit dem neuen OM654-Diesel verfügbar sein

Motortechnik

Der Sprinter bekommt neuen Power-Diesel

Bisher schöpfte die stärkste Variante des Sprinters ihre 190 PS aus dem 3.0 Liter V6 Motor OM642 – doch dieser Motor geht nun in Rente, und wird durch einen neuen Power-Vierzylinder ersetzt.

Der OM642 war 16 Jahre lang das Flaggschiff der Mercedes-Benz Dieselmotoren. Aus drei Litern Hubraum (2987cm³) schöpfte der V6 Motor je nach Ausbaustufe 184 PS, 190 PS oder in den Pkw-Varianten sogar 204 PS. Mit 440 Newtonmetern stand den Kunden ein bärenstarkes Aggregat zur Verfügung, dem es nie an Leistung fehlte. Doch jetzt folgt die Ablösung auch im leichten Nutzfahrzeugbereich.

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Mercedes-Benz Vierzylinder-Diesel, OM 654
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Die Motornahe Abgasreinigung mit Oxykat und DPF mit SCR Anlage sorgt für die Einhaltung strengster Abgaswerte

Ab September kommt der Nachfolger OM 654 zum Einsatz, und ersetzt nicht nur seinen direkten, vierzylindrigen Vorgänger OM 651, sondern auch den großen V6. Aus zwei Litern Hubraum (1950 cm³) schöpft auch der OM 654 140kW (190 PS) und 440 Newtonmeter, genau so viel wie der alte V6 – jedoch liegt die Kraft dank optimierter Technik sogar noch 50 Umdrehungen pro Minute früher an. Ab 1350 Umdrehungen pro Minute(statt 1400 UpM) schiebt das Vierzylindertriebwerk mit voller Kraft nach vorne  und bringt den Sprinter auf Fahrt. Im Sprinter wird es den OM 654 künftig in vier Leistungsstufen geben: 84kW(114 PS), 110kW(150PS), 125kW (170 PS sowie 140kW(190PS).

Treibstoffersparnis, Abgasnorm Euro 6d und mehr Laufruhe

Neben der Treibstoffersparnis für den Halter, stand auch die Einhaltung der immer strenger werdenden Co2-Grenzwerte weit oben im Pflichtenheft – Spritfresser belasten die Co2-Kontigente der Hersteller stark, daher werden sie durch sparsame Alternativen ersetzt. So auch beim OM642, der nun dem OM 654 weichen muss. Wurde der V6 noch mit 8,9 Litern Diesel im kombinierten Verbrauch angegeben, dürfte sein Nachfolger mindestens einen ganzen Liter weniger Diesel auf 100 Kilometer benötigten. Während für den alternden OM 642 bei der Euronorm 6 Schluss war, erreicht der OM 654 die derzeit höchste und sauberste Abgasnorm Euro 6d, was ihn dauerhaft vor Fahrverboten schützt.

Erprobter Motor

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Der Motorblock besteht komplett aus Aluminium, die Zylinderlaufbahnen sind beschichtet
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Um den hohen Wärmebelastungen standzuhalten, setzt Mercedes beim OM 654 auf Stahlkolben
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Das Stufenmulden-Brennverfahren sorgt für viel Leistung bei günstigen Emissionswerten
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Um die Laufruhe zu verbessern, verfügt der Motor über zwei Ausgleichswellen neben der Kurbelwelle (Lanchester-Ausgleich)
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Die Steuerkette ist getriebeseitig verbaut – muss sieht gewechselt werden, ist meist der Motorausbau notwendig
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Mit bis zu 2050 bar wird der Treibstoff in die vier Zylinder eingespritzt

Der OM 654 ist kein „neuer“ Motor, sondern kommt bereits seit 2016 in den ersten Pkw-Baureihen zum Einsatz. Die Zeit hat man bei Mercedes genutzt, um auch die dauerhafte Standfestigkeit des Aggregates im Taxibetrieb und in den schweren Vans und SUVs der Baureihen „V“ und „GLE“ ausreichend zu erproben. Der Rumpfmotor besteht aus einem Aluminiumblock mit Stahlkolben, die auch den höchsten Wärmebelastungen standhalten – diese Technik kommt ursprünglich aus dem Nkw-Bereich, um die Dauerhaltbarkeit auch bei höchsten Motorlasten sicherzustellen. Eine besondere „Nanoslide“ Beschichtung senkt die innermotorische Reibung, während zusätzliche Ausgleichswellen (Lanchester-Ausgleich) für einen noch ruhigeren Motorlauf sorgen. Kombiniert wird der OM 654 nun auch mit dem 9G-Tronic Automatikgetriebe was ebenfalls bereits aus dem Pkw-Bereich bekannt ist, und höchsten Fahrkomfort liefert. Natürlich kann der Sprinter aber auch weiterhin mit dem bewährten 6-Gang-Schaltgetriebe bestellt werden. Ab Herbst sind die neuen Motoren und Getriebe im Sprinter erhältlich.

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