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Foto: Brose
Der Zulieferer Brose will die Funktionen im Fahrzeug deutlich stärker vernetzen.

Brose Brain

Das Auto wird noch smarter

Ob angenehmeres Einsteigen mit selbsttätig öffnenden Türen oder die deutlich flexiblere Nutzung des Innenraums. Die Elektronik soll im Auto der Zukunft noch viel mehr regeln als bisher. Brose zeigt auf der IAA in München eine Software, die diverse Funktionen im Fahrzeug miteinander verknüpft.

„Künftige Mobilitätserlebnisse werden sich vor allem durch ein deutliches Plus an Individualisierung und Komfort auszeichnen – auch über das eigentliche Fahren hinaus“, ist sich Ulrich Schrickel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Brose Gruppe, sicher. Als ein Beispiel nennt er den Transport sperriger Gegenstände: Das Smartphone vermisst vorab die Abmessungen der Ladung. Ein radarbasierter Innenraumsensor scannt den Fahrzeuginnenraum. Eine intelligente Software ermittelt aus den Sensor-Signalen, ob genügend Platz im Auto vorhanden ist. Zurück am Fahrzeug haben Sitze und Konsolen sich bereits voreingestellt und eine optimale Ladefläche geschaffen. Der Nutzer kann die Gegenstände direkt verstauen.

Was noch wie eine Zukunftsvision klingt, könnte bald Realität werden. Brose hat für solche Zwecke die Software „Brain – Brose Access and Interior Network“ entwickelt. Nach der Vorstellung eines Prototypen  im Jahr 2019 zeigt der Zulieferer auf der IAA Mobility 2021 in München die Fähigkeiten des Systems in einem seriennahen Fahrzeug. „Wir ergänzen unser mechatronisches Know-how mit Sensorik und Software. Das Ergebnis sind intelligente und vernetzte Systeme“, erklärt Schrickel.

Standardisierte Schnittstellen

Die modulare Software soll sich in Elektronikarchitekturen verschiedener Fahrzeuge und Hersteller integrieren lassen. Über standardisierte Schnittstellen könnten sowohl Brose-Produkte als auch Komponenten von Drittanbietern gesteuert werden, etwa die Beleuchtung oder Klimatisierung. Über ein Konfigurationstool legt der Nutzer fest, wie sich Komfortfunktionen des Fahrzeugs in verschiedenen Situationen verhalten sollen. Auch die Übertragung der Funktionen auf ein anderes Fahrzeug soll dank der Anbindung an eine Cloud problemlos möglich sein.

Messebesucher sollen in München die Vorteile des Systems in alltäglichen und zukünftigen Fahrsituationen erleben können. Zum Beispiel, wenn der Nutzer wieder die Steuerung eines teilautonomen Fahrzeugs übernehmen muss. Erfährt das System über die Navigation etwa von der sich nahenden Autobahnausfahrt, weist es den Fahrer durch optische Signale und Vibrationen im Sitz darauf hin. In kurzer Zeit richtet sich der Sitz auf. Lenkrad und Mittelkonsole kehren in die ursprüngliche Position zurück. Der Luftstrom der Klimaanlage stellt sich auf die neue Situation ein. Der Serieneinsatz von Brain soll ab 2025 möglich sein.