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Über 10.000 Actros werden aktuell in die Werkstätten gerufen. Im Bild der Actros L.
Foto: Daimler Truck AG
Über 10.000 Actros werden aktuell in die Werkstätten gerufen. Im Bild der Actros L.

Ölaustritt und Probleme mit der Federung

Daimler Truck: Zwei Rückrufe für Mercedes Actros und Arocs

Bei über 10.000 Lkw besteht erhöhte Brandgefahr durch Ölaustritt. Etwa 9.500 Exemplare könnten Federungsteile verlieren. Die Größenordnung der beiden Aktionen in Deutschland ist höchst unterschiedlich.

Das neue Jahr beginnt für Daimler Truck mit zwei größeren Rückrufaktionen für die Lkw Actros 963 und Arocs 964. Über 10.200 Einheiten, davon 2.322 in Deutschland, müssen einer Mitteilung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) zufolge in die Vertragswerkstätten, weil die Öldruckleitung des Abgasturboladers in Motoren des Typs OM471 schon bei geringer Laufleistung undicht werden könnte.

Insbesondere bei voll beladenen Fahrzeugen an Steigungen kann es zu einem Ölaustritt kommen, was die Brandgefahr erhöht. Die interne Kennung der Maßnahme lautet „OM471-TURB“. Die Fahrzeuge stammen einer Konzernsprecherin zufolge aus dem Produktionszeitraum 12.10.2022 bis 14.11.2023. Sie stellte einen maximal fünfstündigen Werkstattaufenthalt in Aussicht. Die Vertragsbetriebe müssen die Verschraubung der Öldruckleitung nachziehen.

Eine ähnliche Größenordnung wie der erste Rückruf hat eine weitere Aktion für die beiden Baureihen - zumindest weltweit. Das KBA weist die Maßnahme mit dem Kürzel „BLATTFE-VA“ auf allen Märkten für rund 9.500 Einheiten aus, wovon sich den Angaben zufolge aber nur 210 in Deutschland befinden. Problem hier sind die Schrauben der Blattfederbefestigung vorne. Sie könnten zwischen März und Mitte August des vergangenen Jahres im Werk mit einem deutlich zu geringen Drehmoment angezogen worden sein.

Es besteht die Gefahr eines Verlusts von Bauteilen in den Verkehrsraum und einer Schräglage des Fahrzeugs, wodurch es während der Fahrt zu einer Seite ziehen könnte. Zudem droht „eine eingeschränkte Lenkfähigkeit, sollte sich die lenkungsseitige Schraubverbindung lösen und in den Schwenkbereich des Lenkstockhebels und der Schubstange ragen“, warnt Flensburg. Die autorisierten Werkstätten ziehen die Schraubverbindungen nach. Fragen zu beiden Rückrufen beantwortet die Herstellerhotline unter der Rufnummer 069/95307389. (Niko Ganzer – kfz-rueckrufe.de)

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