Kfz-Wirtschaft
und Verbände
03.01.2017

Breite Front gegen Datenbeschränkung

Eine europäische Koalition aus Versicherern, Händlern, Leasing-Firmen, Konsumenten-Vertretern und Mitgliedern des Automotive Aftermarket hat sich gegen die Datenbeschränkung in Autos ausgesprochen.

 - Versicherungskonzerne bieten günstigere Tarife für einen Telematik-Stecker im Auto an.
Versicherungskonzerne bieten günstigere Tarife für einen Telematik-Stecker im Auto an.
GVD

Die Verbände sind sich darin einig, dass das Interesse der Verbraucher nicht im Mittelpunkt der Telematik-Diskussion steht. Zusätzlich zur Untergrabung der Wahlfreiheit der Verbraucher würde die von einigen Stakeholdern geförderte Lösung auch Wettbewerb, Innovation und unabhängiges Unternehmertum untergraben. Zu den Unterzeichnern gehören Adpa, Cecra, Egea, Fia, Figiefa, Insurance Europe und Leaseurope.

Europäische Zulieferer und Fahrzeughersteller haben kürzlich eine gemeinsame technische Architektur für den Zugang zu Fahrzeugdaten vorgestellt. Dieser Ansatz würde alle zukünftigen Kommunikations- und Datenzugriffe über den Server des Fahrzeugherstellers kanalisieren. Nur ein Teil der erzeugten Daten würde dann an einen "neutralen Server" gesendet und für unabhängige Betreiber zugänglich sein. Diese auf dem "Extended Vehicle" basierende Lösung würde keine direkte Kommunikation mit dem Fahrzeug erlauben und den Fahrzeugherstellern die volle Kontrolle darüber geben, wie und wann und wem Datenzugriff gewährt wird. Die Industriekoalition glaubt, dass diese Lösung das Recht der Fahrzeugbesitzer, zu entscheiden, wem sie ihre Daten mit und zu welchen Zwecken teilen, untergräbt.

Die Verbände sehen dies auch als eine ernsthafte Bedrohung für Wettbewerb, Innovation und Verbraucherwahl im digitalen Zeitalter. Fahrzeughersteller und ihre Partneranbieter konkurrieren heute auf dem Markt mit einer breiten Palette an fahrzeugbezogenen Dienstleistungen und Produkten (z. B. Finanz-, Leasing-, Versicherungs-, Diagnose-, Ersatzteile usw.), die zunehmend auf Echtzeit-Daten angewiesen sind. "In diesem neuen digitalen Zeitalter reicht es nicht aus, nur über eine interoperable physikalische Schnittstelle direkten Zugang zu den fahrzeuginternen Daten zu haben - eine digitale Kommunikationsleine ist ebenfalls erforderlich. Die Sicherheit ist entscheidend für den Einsatz von angeschlossenen Fahrzeugen und wir sind der Auffassung, dass eine interoperable, standardisierte, sichere und offene Plattform im Fahrzeug der richtige Weg ist", heißt es in dem Statement.

Die Unterzeichner fordern die europäischen Institutionen auf, einen robusten Rechtsrahmen für eine interoperable, standardisierte, sichere und sichere digitale fahrzeuginterne Telematikplattform zu schaffen, wie vom eCall-Mandat beabsichtigt, um eine echte Verbraucherwahl, unabhängiges Unternehmertum, Wettbewerb und Innovation für alle Dienstleistungen zu gewährleisten. (ah)