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Foto: BAX/BPW
Mit dem 7.5 zeigt BAX seinen ersten Elektro-Lkw und setzt voll auf Alltagstauglichkeit

Elektromobilität

BPW und Paul Nutzfahrzeuge starten neue E-Lkw Marke „BAX“

Achsenspezialist BPW und Spezialfahrzeughersteller Paul gründen mit BAX eine neue E-Lkw-Marke. Mit einer E-Achse ausgestattet, überrascht der 7.5 Tonner mit viel Zuladung und Innovationen.

Ab Herbst dieses Jahres rollt eine völlig neue Fahrzeugmarke an: Unter der eigenständigen Marke „BAX“  bringen die Nutzfahrzeugspezialisten BPW Bergische Achsen und Paul Nutzfahrzeuge einen elektrischen Lkw auf den Markt. Dieser soll laut Ankündigung in punkto Zuladung, Reichweite, Modularität und Alltagstauglichkeit auf die Anforderungen von Spediteuren, Kommunen und Handwerksbetrieben zugeschnitten sein.

E-Achse statt Diesel

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Foto: Bax/BPW Die E-Maschine sitzt in der Hinterachse und leistet 136 PS und satte 6850 Newtonmeter

Anstelle des konventionellen Dieselmotors setzt man bei BAX auf die Elektroachse von BPW: Mit 100 kW (136 PS) Leistung und einem Drehmoment von 6.580 Newtonmetern ist der 7,5-Tonner gut motorisiert. Zwar bieten typische Mercedes Atego und MAN TGL etwas höhere Leistungen, dafür steht diese nicht sofort zur Verfügung – beim Nutzfahrzeug ist Drehmoment deutlich wichtiger als die Höchstleistung. Das Chassis stammt vom japanischen Nutzfahrzeughersteller Isuzu und dessen bewährten N-Serie, der auch Rohbauteile der Fahrerkabine zuliefert. Über die Verlässlichkeit brauchen sich Nutzer daher keine Sorgen zu machen, der BAX setzt auf Lkw-Knowhow aus erster Hand.

Ihre Kraft schöpft die E-Achse aus einer 84 oder 126 kWh großen Lithium-Ionen-Batterie, die BAX aus dem BMW i-Programm bezieht. Diese ermöglicht 130 beziehungsweise 200 Kilometer Reichweite im typischen Verteilerverkehr und ist damit für die allermeisten Anwendungen groß genug dimensioniert, sodass nicht tagsüber nachgeladen werden muss. Sollte doch ein vorzeitiger Ladestopp nötig werden, so lässt sich der Akku dank Gleichstrom innerhalb von 40 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufladen. Die kleine Batterieversion ist vor allem für kommunale Nutzer und Anwendungen im Werkverkehr konzipiert, wo die Fahrstrecken sehr genau bekannt sind und die absolute Reichweite kein Problem darstellt.

Satte 3 Tonnen Zuladung

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Foto: Bax/BPW Ein bewährte Achse und die Batterie versteckt unter dem Rahmen – so kommt viel Nutzlast zu Stande

Besonderes Merkmal des E-Lkw ist seine hohe Zuladung von drei Tonnen Nutzlast. Diese beträgt gerechnet auf das Gesamtrund rund 40% - bei einem klassischen Diesel-Lkw liegt diese zumeist nur bei 2,3-2,6 Tonnen Zuladung. Im Transportalltag macht dieses Plus an Nutzlast einen deutlichen Unterschied, zumal Ladebordwände, Klimageräte oder mitgeführte Hubwagen die reale Nutzlast weiter reduzieren. Möglich wird dies durch den Entfall des schweren Dieselmotors und der benötigten Anbauteile: Getriebe, Kardanwelle, Differential, Diesel- und AdBlue-Tanks sowie die schweren 24V-Batterien entfallen. An ihre Stelle treten einzig die E-Achse am Heck des Fahrzeugs sowie die mittig unter dem Leiterrahmen positionierte Traktionsbatterie. Und, obwohl die Traktionsbatterien immer als groß und schwer gelten, gelingt es BAX, das Fahrzeug leichter zu bauen respektive die Nutzlast für den Kunden zu erhöhen.

Optimiert auf den innerstädtischen Lieferverkehr

Die Proportionen des Fahrerhauses  sind vergleichsweise niedrig und kompakt. Die Vorteile liegen laut Hersteller auf der Hand: Der Fahrer sitzt in etwa so hoch wie in einem SUV und hat gerade im städtischen Lieferverkehr Fußgänger, Radfahrer und Autos besser im Blick. Die niedrige Einstiegshöhe erspart dem Fahrer ermüdende und gefährliche Kletterpartien. Das Fahrerhaus wurde speziell für diese Gewichtsklasse konstruiert und bringt dadurch nur so viel Eigengewicht wie nötig auf die Waage – und dies ohne teure und schwierig zu reparierende Materialien wie Aluminium oder Karbon einzusetzen. BAX setzt auf klassischen Stahl-Leichtbau.

Josha Felix Kneiber, Leiter Produktmanagement & Strategischer Vertrieb Elektromobilität bei BPW: „Ein elektrischer Lkw muss so leistungsstark sein, dass er Fahrer, Fuhrparkleiter und Transportunternehmer auf ganzer Linie überzeugt. Ein Fahrzeug für den Verteilerverkehr auf die Räder zu stellen, das leise und abgasfrei fährt, aber im Alltag Kompromisse fordert, kam für uns deshalb nicht in Frage. Unser Ehrgeiz war es, den Diesel sogar in wesentlichen Disziplinen auszustechen – etwa in der Zuladung und der Wirtschaftlichkeit. Es ist ein bisschen wie beim Gleichnis von David gegen Goliath – der BAX 7.5 schlägt den ‚großkopferten‘ Diesel, weil er für die Praxis einfach besser durchdacht ist.“

Gedacht für Aufbauten aller Art

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Der 7.5 kann Basis für eine Vielzahl von Aufbauten sein. Hier zum Beispiel eine Müllwagen-Variante
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Der BAX ist modular. Hier ein beispielhafter Einsatz als Tankwagen
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Der BAX ist modular. Hier ein beispielhafter Einsatz als Pritschen-Lkw mit Ladekran
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Der BAX ist modular. Hier ein beispielhafter Einsatz als Abfallsammler

Die Expertise von Paul Nutzfahrzeuge und BPW mit Aufbauten aller Art machen den BAX äußerst flexibel: Container-Shuttle, Tankwagen, Hubsteiger oder Müllfahrzeugen – der E-Lkw ist so flexibel wie die Branche, in der er zum Einsatz kommen soll. Der aktuelle Prototyp zeigt sich mit festen Kofferaufbau mit Palfinger-Ladebordwand. So ausgestattet nimmt der Stromer 15 Europaletten mit insgesamt 3 Tonnen Last auf.

Telematik für Routenplanung on demand

Eine Besonderheit ist auch die Fahrzeugvernetzung, die laut Hersteller bisher in der Branche einzigartig ist. Sie meldet dem Disponenten nicht nur den Standort, sondern auch die Zuladung, sodass er jederzeit Touren hinzunehmen kann, ohne erst beim Fahrer anrufen und nachfragen zu müssen. BPW hat dabei die gesamte Integration des Fahrzeugs übernommen, inklusive der Fahrzeug-Software d.h. des Chassis und der Technik im Fahrerhaus, der Antriebsachse und der Telematik, die von der eigenen Tochterfirma Idem Telematics stammt. Gerade im Service mache dies einen großen Unterschied zu Fahrzeugen von klassischen Umrüstern, die in der Regel keinen so tiefgreifenden Zugriff auf die Daten des Fahrzeugherstellers haben, heißt es in der Pressemeldung.