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Foto: BMW AG
In Dingolfing gehen täglich tausende Ersatzteile auf die Reise – in nachhaltigen Verpackungen.

Markt

BMW: Schaumprofile aus Zuckerrohr, Folien aus Fruchtextrakt

In Dingolfing werden täglich unzählige Ersatzteile an Kunden in aller Welt versandt – und das in Verpackungen, die aus nachhaltigen Rohstoffen bestehen. So werden Korrosionsschutzfolien und aus Fruchtextrakt oder Schaumprofile aus Zuckerrohr verwendet.

„Es ist uns wichtig, das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich und entlang der gesamten Wertschöpfungskette anzugehen. Wir wollen hier der Zeit voraus sein und Verpackungslösungen entwickeln, die so nachhaltig wie möglich sind,“ erklärt der Leiter der Teiledistribution Richard Kamissek.

Verpackungen aus natürlichen Rohstoffen

Bereits 2016 wurden als erste nachhaltige Verpackung Korrosionsschutzfolien aus Fruchtextrakt eingeführt. Die orangen, durchsichtigen VCI-Folien und - Beutel riechen angenehm nach Kokos, enthalten keinerlei Amine oder Nitrite und schützen Fahrzeugteile aus Metall wie beispielsweise Gelenkwellen wirkungsvoll vor Korrosion. Schließlich muss auch eine Öko-Verpackung ihre Funktion erfüllen, wie Kristina Wolfertz, Leiterin der Verpackungsplanung und - entwicklung, betont: „Nachhaltigkeit in der Verpackung muss immer im Einklang mit Qualität stehen.“

Auch bei Schaumprofilen, die zum Beispiel als Kantenschutz für den Transport von Windschutzscheiben dienen, setzen die Verpackungsspezialisten in Dingolfing zunehmend auf Bio. Naturefoam heißt das Polstermaterial, das auf Basis von Zuckerrohr hergestellt wird und im Teileversand der BMW Group schon vier von sieben konventionelle Kunststoff-Verpackungen ersetzt hat. „Für dieses Jahr haben wir uns vorgenommen, auch noch die letzten drei verbliebenen durch nachhaltigere Alternativen auszutauschen“, sagt Alfons Kehl, der als Spezialist für Verpackungstechnik und -entwicklung im Customer Support gemeinsam mit Lieferanten an weiteren Optimierungen tüftelt.

Auch eine innovative Lösung aus nachhaltigem Faserguss, die der passgenauen Bauteilfixierung in der Verpackung dient, wird gerade auf Eignung für den Teileversand getestet. Faserguss begegnet einem im Alltag beispielsweise in Form von Eierkartons. Zudem prüfen die Spezialisten unter anderem den Einsatz von emissionsarm hergestelltem Papier aus schnell wachsendem Gras oder Hanf.

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Foto: BMW AG
Eine Lösung für Morgen: Ein Karton aus Graspapier – noch ist das Recycling nicht für alle Materialien 100%ig gegeben

„Aber erst, wenn das weltweite Recycling des innovativen Papiers gegeben ist, können wir das Material auch guten Gewissens einsetzen“, erklärt Kristina Wolfertz. „Für uns ist eine Verpackung erst dann wirklich nachhaltig, wenn sie über den kompletten Lebenszyklus – von der Herstellung bis zur Entsorgung – eine positive Ökobilanz aufweist. Und dort, wo sich Kunststoff einfach nicht vermeiden lässt, werden wir den Rezyklatanteil signifikant anheben.“

100 Prozent Recyclingpapier

In Zusammenarbeit mit Packmittellieferanten ist kürzlich ein weiterer großer Schritt auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit gelungen: Seit September 2020 besteht die Papierauspolsterung von Kartonagen zu 100 Prozent aus Recyclingpapier. Auch bei Transportverpackungen aus Wellpappe sollen bis 2023 keine frischen Holzfasern mehr eingesetzt werden. Momentan liegt der Recyclingpapieranteil hier bereits bei rund 75 Prozent. Generell wird für die Herstellung der Kartons, die den Großteil der Verpackungen im Teileversand ausmachen, ausschließlich FSC-zertifiziertes Papier verwendet.

Nachhaltigkeit erfordert Ideenreichtum

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Foto: BMW AG
Der Spezialist für Verpackungstechnik und -entwicklung Alfons Kehl mit den nachhaltigen Verpackungen für BMW Group Ersatzteile

„Zur Entwicklung nachhaltiger Verpackungen gehört auch, dass wir Lösungen finden, die aufgrund der besseren Recyclingfähigkeit homogen aus einem Material bestehen und die gleichzeitig mit möglichst wenig Rohstoffeinsatz auskommen“, erläutert Alfons Kehl. Die Verpackungsspezialisten aus Dingolfing werden daher bei der Entwicklung neuer BMW Group Fahrzeugmodelle schon früh eingebunden, um rechtzeitig passende Verpackungen für Spezial- Komponenten und Bauteile zu planen und zu standardisieren.

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