Das Bundesland stoppt vorläufig die Auszahlung der Corona-Soforthilfe
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Unternehmensführung

Betrügerische Fake-Websites bremsen Corona-Soforthilfe

NRW stoppt Auszahlung von Corona-Zuschüssen wegen Betrugsversuchen +++ Creditreform hilft mit kostenloser Auskunft bei Kreditanträgen +++ die wichtigsten Infos zur Corona-Krise.

Inhaltsverzeichnis

+++ Aktuelle Corona-Nachrichten der Kalenderwoche 14 (14. bis 17. April) lesen Sie hier. +++

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Wegen Fake-Seiten: NRW stoppt vorerst Corona-Soforthilfe

09. April 2020: Aufgrund von Fake-Website mit gefälschten Antragsformularen hat das Land Nordrhein-Westfalen die Auszahlung der Corona-Soforthilfe 2020 vorerst gestoppt. Das soll die Auszahlungen von Zuschüssen betrügerische Antragssteller verhindern.

Nach Angaben der Landesregierung hat das Wirtschaftsministerium vom Landeskriminalamt (LKA) Hinweise auf Fake-Webseiten erhalten, die in Suchergebnissen prominent platziert waren. Nach ersten Erkenntnissen des LKA hätten „Betreiber mit gefälschten Antragsformularen Daten abgefischt und diese mutmaßlich für kriminelle Machenschaften genutzt“. Daraufhin habe das Land die Bezirksregierungen angewiesen, die Auszahlung der Zuschüsse auszusetzen. In den kommenden Tagen solle eine Ermittlergruppe „ihre Recherchen fortsetzen, um betrügerische Anträge zu identifizieren“. Das Ministerium habe Strafanzeige wegen Betrugs erstattet.

Anträge könnten von der Corona-Krise betroffene Soloselbstständige und Kleinunternehmer in NRW jedoch weiterhin stellen. Dafür sollten sie ausschließlich die offizielle Internetseite zu nutzen: https://soforthilfe-corona.nrw.de. (jw)

KfW-Kreditanträge: Creditreform bietet kostenlosen Bonitätsnachweis

09. April 2020: Für Corona-Schnellkredite der KfW müssen Betriebe nachweisen, dass sie vor der Corona-Krise wirtschaftlich gesund waren. Dabei will die Creditreform nach eigenen Angaben mit einem kostenlosen Bonitätsnachweis helfen. Mitglied der Creditreform müssten Betriebe dafür nicht werden. Ausfüllen müssten sie lediglich ein einfaches Formular.

Die Wirtschaftsauskunftei biete eine kostenlose „spezielle Auskunft“, mit der Betriebe ihrem Kreditinstitut „schnell und unkompliziert“ darlegen können, dass sie bis zu dem Stichtag 31. Dezember 2019 kreditwürdig waren. „Dann nämlich besteht die Vermutung, dass ihr Kreditbedarf erst durch die Corona-Krise entstanden ist“, sagt Creditreform-Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht. Das bleibt trotz der geplanten erleichterten Antragsstellung bei KfW-Krediten eine Voraussetzung: Antragsteller dürfen zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und müssen zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen.

Die Auskunft könne unter creditreform.de beantragt werden. Es genügen offenbar Angaben zum Namen, Anschrift und Firmenname. Die Auskunft werde wird nach Angaben der Auskunftei innerhalb eines Tages verschickt und könne den Antragsunterlagen beigelegt werden.

Tipp: Wirtschaftsauskunfteien sammeln selbstständig Informationen über Unternehmen. Sie nutzen dazu Daten aus öffentlichen Registern, Angaben der Unternehmen aber auch Informationen ihrer Kunden und Mitglieder über andere Unternehmen, zum Beispiel über Zahlungsprobleme eines Betriebs. Dabei sind die Informationen nicht immer zwingend richtig und aktuell. Betroffene Betriebe können diese Auskünfte durch eigene Angaben gegenüber den Auskunfteien korrigieren, müssen diese neuen Angaben allerdings belegen können. (jw)

Mittelstand fordert mehr Hilfe in der Corona-Krise

08. April 2020: Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand begrüßt zwar die bisherigen Hilfen in der Corona-Krise, sieht jedoch weiteren Handlungsbedarf.

Die Arbeitsgemeinschaft, der auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) angehört, begrüßt zwar „ausdrücklich den Schutzschild, den die Bundes- und Landesregierungen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen aufgespannt haben“. Dennoch seien weitere Maßnahmen erforderlich, „damit der Mittelstand über diese Krisenzeit kommt“. Konkret fordert die Arbeitsgemeinschaft:

  • Liquiditätszuschüsse von Bund und Ländern: „Dringend notwendig“ sei es, die teils sehr unterschiedlich ausgestalteten Zuschüsse so „anzugleichen und so nachzujustieren, dass all diejenigen darauf zurückgreifen können, die schon jetzt einen massiven bis vollständigen Auftragseinbruch haben, diesen aber wegen der Rechnungslegung etc. noch nicht geltend machen können“.
  • Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen: Diese Möglichkeiten müssten nun „tatsächlich praxistauglich von allen Krankenkassen angewendet werden“.
  • Kurzarbeitergeld: Bereits beantragte Zahlungen müssten nun „schnellstens“ in den Betrieben ankommen.
  • Exit-Strategie: Schon jetzt müsse „eine intensive Debatte“ geführt werden, wie eine „Exit-Strategie“ aus der den Schutzmaßnahmen während der Corona-Krise verantwortungsvoll ausgestaltet werden könne – „unter Abwägung aller notwendigen gesundheitlichen Belange der Bevölkerung“. (jw)
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ZDK begrüßt die von der Regierung beschlossenen schnelleren Leistungen für Betriebsinhaber: Das ergänzte Programm "KfW-Schnellkredit 2020" sieht eine Haftungsfreistellung vor.

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Der Weg ist frei für die Corona-Soforthilfe des Bundes: Die Zuschüsse für Betriebe in Höhe von 9.000 und 15.000 Euro zahlen die Länder aus. Fest steht auch, wie die Zuschüsse versteuert werden.