News 07.09.2017

Auto-Updates wie beim Smartphone

Mehr Elektronik, mehr Funktionen, mehr Software: Das Auto wandelt sich zum Smartphone auf Rädern. Dafür muss die Software immer auf dem neuesten Stand gehalten werden. Wenn es nach Bosch geht, soll der Autofahrer das in Zukunft selbst erledigen können.

 - Werkstattbesuch überflüssig? Bosch arbeitet an "Over the air"-Updates für Autos.
Werkstattbesuch überflüssig? Bosch arbeitet an "Over the air"-Updates für Autos.
Bosch

Eine Vielzahl von Steuergeräten kontrolliert nahezu alle Funktionen im Auto. Zudem sind Fahrzeuge mehr und mehr vernetzt – mit dem Internet, anderen Autos und der Infrastruktur. Damit steigt allerdings das Risiko von Schwachstellen in der Fahrzeugsoftware und der Manipulation. Regelmäßige Updates sind daher unumgänglich. Um den Aufwand für Autofahrer und Werkstätten zu verringern, will Bosch zukünftig auf „Over the air“-Lösungen setzen. Die Autos sollen über Smartphone, eine Cloud oder das Infotainment-System einen neuen Software-Stand erhalten. Dazu arbeitet Bosch aktuell an passenden Steuergeräten, der Kommunikationsinfrastruktur in den Autos, modernen Verschlüsselungstechnologien und einer „Internet der Dinge“-Cloud.

Per Fingertipp auf dem Smartphone soll sich die Fahrzeugsoftware dann automatisch auf den neuesten Stand bringen oder neue Funktionen direkt aus der Cloud ins Auto laden lassen. – ganz ohne in die Werkstatt zu fahren. „In wenigen Jahren wird sich die Software in jedem neuen Auto automatisch aktualisieren lassen“, prognostiziert Dr. Markus Heyn, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH.

Die Daten sollen entweder während der Fahrt im Hintergrund oder über Nacht in der heimischen Garage geladen werden, erklärt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Sobald das Fahrzeug in einem sicheren Zustand ist, also beispielsweise parkt, werden die Softwareupdates auf den entsprechenden Steuergeräten installiert und sind unmittelbar wirksam. Für die notwendige Datensicherheit sollen neueste Verschlüsselungstechnologien sorgen, die Bosch zusammen mit der Tochtergesellschaft Escrypt entwickelt. Eine komplexe Sicherheitsarchitektur mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll die Datenübertragung vor unautorisiertem Zugriff schützen. (jg)