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Diagnose

AU: Die Endrohrprüfung soll wieder Pflicht werden

Gerade mal ein Jahr nach der Einführung des AU-Leitfadens 5 plant das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die generelle Wiedereinführung der Endrohrprüfung für alle AU-pflichtigen Kraftfahrzeuge, macht man beim ASA Bundesverband deutlich.

Dem blinden Glauben an die Aussagen der Fahrzeughersteller folgen Skepsis und Ernüchterung.Denn gut sechs Prozent aller AU-pflichtigen Fahrzeuge stoßen übermäßig viele Schadstoffe aus.Etwa jedes zwanzigste überprüfte Auto ist 2015 durch die Abgasuntersuchung gefallen. Der Skandal um Schummel-Software und manipulierte Abgaswerte ruft die Politik auf den Plan und könnte schon im kommenden Jahr bei der Abgasuntersuchung zur Wiedereinführung der generellen Endrohrmessung führen. Bislang wird bei allen nach dem 1. Januar 2016 zugelassenen Pkw lediglich der elektronische Fehlerspeicher des On-Board-Diagnose-Systems (OBD) ausgelesen, auf die Endrohrmessung wird in der Regel verzichtet. Bei einem Pressegespräch erklärte Harald Hahn, Leiter des ASA-Fachbereichs Diagnose, das vorgesehen sei, ab Mitte 2017 bei allen AU-pflichtigen Fahrzeugen wieder die Abgase am Endrohr obligatorisch zu messen.

Eine neue Version des AU-Leitfadens soll dies ermöglichen. Das macht er mit Aussagen aus dem Verkehrsministerium im O-Ton deutlich. Da heiße es, „Alles steht auf dem Prüfstand“ und „Es wird Umwälzungen geben.“ Ein Richtlinienentwurf existiert bereits und sollte an sich schon zur Anhörung in Umlauf gebracht werden.Verschiedene Ministerien wurden bereits um Stellungnahme gebeten (UBA, BMWi).Es sind noch Randbedingungen wieGrenzwerte und das Thema Eichen zu  klären.

Auch die Grenzwerte für die Endrohrprüfung sollen nach unten angepasst werden. Dass die Kombination von Abgasmessung und elektronischer On-Board-Diagnose (OBD) bei der Abgasuntersuchung (AU) wieder verpflichtend eingeführt werden sollte, dafür sprechen sich neben dem ASA-Verband auch der ZDK und Dekra aus. Dazu gehören die Entwicklung einer Methode zur Messung von Stickoxiden und deren Integration in die Abgasuntersuchung sowie die Festlegung entsprechender Grenzwerte.

Denn auch wenn die Elektro-Mobilität in Zukunft größere Bedeutung erlangt, Verbrennungsmotoren werden uns noch lange mobil halten und im Service auf die Bühne kommen. Und nur wenn die im Verkehr befindlichen Fahrzeuge mit unzulässig hohen Emissionen bei der AU identifiziert werden und dazu trägt die Endrohrmessung nach dem Motto – gemessen wird, was hinten rauskommt - wesentlich bei, sind Erfolge bei der Verbesserung der Luftqualität zu erzielen. Damit wird letztendlich die Abgasuntersuchung auch in Zukunft Teil des Kompetenzfelds der Kfz-Werkstatt bleiben. Die nächsten Monate und Jahre werden also spannend – sowohl bei der Typprüfung als auch bei der periodischen Überprüfung. (jr.)

Abgas-Messung

Umwelthilfe: Endrohrmessung reicht nicht

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ist als streitbar bekannt. In einer aktuellen Stellungnahme verurteilt sie die geplante Wiedereinführung der Endrohrmessung als "weitgehend wirkungslos".

Abgasuntersuchung

Ein Drittel mehr Abgasmängel

Im vergangenen Jahr fielen deutlich mehr Fahrzeuge bei der AU durch. Der ZDK sieht sich und die Wiedereinführung der Endrohrmessung bestätigt.

Markt

AU nicht bestanden

Knapp 275.000 Kraftfahrzeuge sind bei den Abgasuntersuchungen (AU) im Jahr 2015 durchgefallen. Das geht aus der AU-Mängelstatistik des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe hervor. Der ZDK setzt sich dafür ein, die Abgasuntersuchung nicht allein der elektronischen On-Board-Diagnose (OBD) zu überlassen.

Organisationen und Verbände

Harald Hahn erneut ASA-Vizepräsident

Das nennt man Kontinuität: Auf der Jahresmitgliederversammlung des ASA-Bundesverbands in Essen wurde Harald Hahn zum sechsten Mal zum Vizepräsidenten gewählt.