Foto: ATP/ amz-Screenshot

Insolvenz

ATP auf Sanierungskurs

Der Autoteilehändler hatte im März Insolvenz angemeldet, Seither ließ sich der Geschäftsbetrieb stabilisieren – allerdings haben 154 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Die ATP Auto-Teile-Pöllath Handels GmbH (ATP) soll sich auf Sanierungskurs befinden und den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten können. Dies teilte Rechtsanwalt Volker Böhm mit. Dessen Kanzlei Schultze & Braun war Anfang des Monats vom zuständigen Amtsgericht Weiden mit der Insolvenzverwaltung des Online-Autoteilehändlers betraut worden. Auch der Investorenprozess kommt gut voran – es ist in der Mitteilung von mehreren Interessenten die Rede.

Allerdings ist der Sanierungsprozess mit Personalanpassungen verbunden, „um ATP zurück in die schwarzen Zahlen zu führen“, wie es hieß. Seit Aufnahme des vorläufigen Insolvenzverfahrens im März wurden bei 154 ATP-Mitarbeitern befristete Arbeitsverträge nicht mehr verlängert, Kündigungen ausgesprochen bzw. Eigenkündigungen registriert. Nur so könnten laut Schultze & Braun die verbleibenden gut 250 Arbeitsplätze in Kirchenthumbach erhalten werden.

Ende 2019 wurde bekannt, dass die Swiss Automotive Group (SAG) ATP übernehmen wollte. Diese Vereinbarung platzte allerdings, wodurch ATP Mitte März Insolvenz anmelden musste (wir berichteten). Seither konnte der Insolvenzverwalter eigenen Aussagen zufolge Sanierungsmaßnahmen umsetzen und den Geschäftsbetrieb stabilisieren. So seien Handel, Auslieferung und Versand über das Portal atp-autoteile.de nicht beeinträchtigt. Böhm hatte unmittelbar nach dem Insolvenzantrag im März gemeinsam mit ATP-Geschäftsführer Peter Pöllath Gespräche mit allen wesentlichen ATP-Partnerunternehmen aufgenommen. Daraufhin sagten die Hauptlieferanten zu, ATP weiter zu beliefern.

Umsätze bleiben stabil

Gemäß Volker Böhm konnte die Kooperation auch mit den Geschäftspartnern DHL, Ebay oder PayPal fortgeführt werden. „Dadurch konnte das bayerische Unternehmen „trotz der Corona-Krise Umsätze auf dem bisherigen Niveau erwirtschaften“, hieß es von Seiten der Kanzlei Schultze & Braun. ATP gehört eigenen Aussagen zufolge zu den führenden europäischen Anbietern von Autoteilen, Autozubehör und Werkstattausrüstung. Das Unternehmen hatte im Jahr 2018 einen Umsatz von rund 110 Millionen Euro erwirtschaftet.