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Diagnose

Abwarten und Tee trinken

Damit es beim Softwareupdate keine Probleme gibt, ist eine stabile Stromversorgung unabdingbar. Wir haben leistungsstarken Ladegeräten auf den Zahn gefühlt. Im amz-Test Geräte von Bosch, GYS, Hella Gutmann, Herth + Buss, CTEK, Midtronics und Mawek.

Insbesondere die immer wichtiger werdende Disziplin der Steuergeräteaktualisierung stellt hohe und höchste Anforderungen an eine sichere Stromversorgung. Hierfür bieten Ladegeräte den sogenannten Float- oder Supply-Mode an, in dem sie das Bordnetz mit ausreichend Strom versorgen, jedoch mit etwas geringerer Spannung arbeiten, als für die Ladung der Batterie notwendig wäre.

Gut geladen ist halb geflasht
Bei der Anschaffung eines neuen Ladegerätes sollte daher abgewogen werden, ob der Fokus auf dem reinen Laden oder doch auf dem Flashen und Codieren von aktuellen Fahrzeugen liegt – denn für das schlichte Laden der Batterie sind weder gigantische Ströme, noch hohe Dauerleistungen relevant. Als gute Faustformel für den Ladebetrieb kann 1/10 bis 1/5 der Nennkapazität (also 7A-14A bei einer 70-Ah- Batterie) angekommen werden; mehr als die Hälfte der Nennkapazität sollte in keinem Fall überschritten werden. Wer also ausschließlich leere Batterien wieder aufladen möchte, ist mit einem Ladegerät zwischen 16 und 30 A gut bedient – auch mit mehr installierter Leistung lädt die Batterie nicht schneller.

Anders sieht es hingegen beim Flashen oder Codieren aus: Dreht man bei einem halbwegs ordentlich ausgestatteten Mittelklassewagen den Zündschlüssel auf Stellung eins, fließen ab dann 15 bis 25 A von der Batterie in die Verbraucher. Bei Dieselmodellen, die spätestens jetzt auch die Glühkerzen zum Leuchten bringen, sogar deutlich mehr – bis zu 70 A sind hier keine Seltenheit, die durchaus länger als eine Stunde lang fließen können. Möchte man nun die Bordspannung über eine gewisse Zeit stabil halten, muss das Ladegerät diese Leistung auch bringen. Die komplette Softwareaktualisierung eines aktuellen Fahrzeugs kann durchaus einige Stunden dauern, einen entsprechend langen Atem muss das Ladegerät auch haben.

Viel heiße Luft
Wo es für Hersteller viel Geld zu verdienen gibt, wird auch bei den Leistungsangaben nicht gespart. Dabei muss für den Einsatz beim Flashen jedoch zwingend zwischen der kurzfristig zur Verfügung stehenden Leistung und der Dauerleistung unterschieden werden. Denn was hilft das 70 A starke Ladegerät, wenn es nach der Hälfte der Flashvorgangs auf die Hälfte seiner Nennleistung zusammenbricht und so die Bordspannung nicht mehr aufrechterhalten kann? Im Angesicht der Preise neuer Steuergeräte ein Spiel mit dem Feuer für die freie Werkstatt.

Entscheidender Faktor für die Dauerleistung ist daher das thermische Design der Geräte. Denn trotz hocheffizienter Invertertechnik fallen noch einstellige Prozente an Verlustleistung in Form von Wärme an, die abgeführt werden wollen. Bei einer Leistungsaufnahme von zum Beispiel 1800 Watt werden also leicht 100 bis 200 Watt Wärme frei, die aus dem Gehäuse geschafft werden müssen. Die einfachste Lösung sind Lüfter, die mit viel Luft für die nötige Abkühlung der Leistungselektronik sorgen. Wie laut die kleinen Luftquirle sind, hängt maßgeblich von ihrer Größe ab. Je größer der Lüfter, desto niedriger seine Drehzahl bei gleichem Luftdurchsatz. Kleine Lüfter sorgen mit hohen Drehzahlen für stärkere Luftverwirbelungen und erhöhen somit die Lautstärke zusätzlich.

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Aber es geht auch ohne Lüfter, nämlich mit passiver Kühlung: Soll die gesamte Abwärme passiv abgeführt werden, muss die Kühlfläche um ein Vielfaches größer ausfallen, um dieselbe Leistung zu bieten. Je üppiger die Oberfläche des Kühlers, desto mehr Leistung kann er abführen, beziehungsweise desto niedriger ist die Temperatur der zu kühlenden Bauteile. Eine schon bei Raumtemperatur knappe Auslegung kann im Sommer und damit höheren Temperaturen (oder bei Staub und Schmutz) schnell an ihre Grenzen geraten.

Weil insbesondere der Aspekt Dauerleistung für das Flashen entscheidend ist, haben wir diesem Teil des Tests viel Aufmerksamkeit gewidmet.

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Bosch BAT 690
Auch bei Bosch hat Invertertechnik die bewährten Trafos abgelöst. Das BAT 690 kommt im klassischen Bosch-grün und mit gummierten Ecken daher. Das Gehäuse ist aus stabilem Stahlblech gefertigt und pulverbeschichtet. In Sachen Anschlussleitung setzt Bosch auf einen Kaltgerätestecker mit Arretierung, ein Netzschalter ist vorhanden. Die Ladekabel werden über Dinse-Kupplungen mit dem Gerät verbunden, der Querschnitt liegt mit 16 mm² etwas unter dem Gros der Mitbewerber. Wegen des knappen Querschnitts wurden die Kabel bei höchster Dauerbelastung gut handwarm (etwa 28 Grad) – lagen dank ihrer kürzeren Länge von drei Metern aber noch voll im Soll für die installierte Leistung. Die Klemmen sind voll isoliert und gerade ausgeführt, das Griffstück gummiert. Bedient wird das BAT 690 über ein Steuerkreuz unterhalb des beleuchteten, monochromen Displays. Dank Pixeldarstellung werden die Informationen äußerst übersichtlich und leicht verständlich dargestellt, die Steuerung ist denkbar einfach. Bosch unterstützt mit Abstand die meisten unterschiedlichen Batterietypen samt angepasster Ladekurve – auch wenn sich etwa EFB-Batterien auch nach Uniwerten laden lassen: Hier wurde viel Aufwand betrieben. Neben den Informationen auf dem Display geben drei LED Auskunft über den aktuellen Ladestand und Betriebszustand.

Zwei integrierte Lüfter halten das Ladegerät unterhalb kritischer Temperaturen. Bei unserem Dauerbelastungstest liefen sie ab der sechsten Minute permanent, um die Abwärme aus dem Gerät zu schaffen, beim gewöhnlichen Laden laufen sie gelegentlich, etwa alle zehn bis 15 Minuten kurz an. Das senkt die Lautstärke.

Das mit 90 Ampere Dauerleistung beworbene BAT 690 musste in unserem Dauerlasttest 85 Ampere leisten – und hielt wacker durch. Auch nach vier Stunden konnten wir in unserem Test keinen Leistungseinbruch feststellen. (SIB)

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GYS GYSFlash 102.12HF
GYS steigt mit dem GYSFlash 102.12HF in den Ring. Mit seinem kleinen Stahlblechgehäuse ist er zur direkten Wand- beziehungsweise Hebebühnenmontage gedacht und bietet einen Träger für die Ladekabel. Gesteuert wird das Gerät über ein zweizeiliges, monochromes Displays und Folientasten – die Steuerung ist simpel und zweckmäßig. Wegen des kleinen Displays ist die Übersicht etwas eingeschränkter als bei den Pixeldisplays – im Alltag und nach der dritten Bedienung macht dies aber keinen Unterschied mehr. Da das Gerät passiv gekühlt wird, arbeitet es leise und muss vor allen Dingen nicht gereinigt werden, da es keinen Staub aus der Luft durch sein Inneres saugt. Ganz leise ist es jedoch nicht: Bei hoher Dauerlast startet im Inneren ein Lüfter, um die Wärme im Gehäuse zu verteilen – unter Belastung wird es dann mehr als handwarm. Die Ladekabel werden über einen Stecker ohne Bajonett mit dem Gerät verbunden, ihr Querschnitt beträgt 16 mm² – für die angegebene Leistung von 100 A wie bei Bosch noch im Rahmen; Kabel und Stecker scheinen in ihrer Auslegung eher für die tatsächliche Dauerleistung von 55 bis 75 A ausgelegt zu sein.

Dank seiner geringen Bauhöhe kann es gut im Showroom unter dem Fahrzeug versteckt werden. Dafür sind die mit Gummi verstärkten Ecken ideal, verhindern sie Kratzer oder Beschädigungen an den Bedienelementen. Fordert man mehr als 100 Ampere, regelt das Gerät nicht nur auf 100 Ampere ab, sondern warnt den Benutzer auch mit einem schrillen Warnton. Dem Dauertest mit 85 A setzte die Temperaturdrosselung nach 1,5 Stunden ein thermisches Ende, mit 65 A zog das Gerät jedoch durch – das Gehäuse wird in beiden Fällen aber deutlich wärmer als bei den aktiv gekühlten Geräten. Beim Laden überzeugt Flash 102.12 HF durch eine schlichte Anzeige der prozentualen Ladung, der geflossenen Amperestunden sowie Ladestrom/Spannung sowie die leise Arbeitsweise.

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Hella Gutmann BPC 120
Hella Gutmann liefert mit seinem BPC 120 ein solides Gerät ab: Stahlblechgehäuse in grün-schwarz, Netzstecker hinten, Anschlüsse für die Ladekabel vorne. Das geneigte Display ist optimal für den Einsatz auf Werkstattwagen oder Werkbank und kann gut abgelesen werden. Die Anzeige besteht aus 14 LED sowie einer vierstelligen Siebensegmentanzeige, die Informationen über Strom und Spannung liefert. Mit direkt neben der Beschriftung liegenden Tasten kann der Bediener zwischen den einzelnen Modi wählen. Das macht das Handling sehr einfach – wenn auch nicht ganz so elegant. Die Ladekabel sind mit 25 mm² ausreichend dick gehalten und werden über Dinse-Normstecker mit dem Ladegerät verbunden. Der Netzstecker ist fest montiert, der Ein-/Ausschalter ist als Glimmschalter ausgeführt und so auch gut erkennbar.

An der Rückseite sitzen vier kleine, an der Seite ein größerer Lüfter, um Verlustwärme abzuführen. Ganz leise ist das Gerät damit beim Laden nicht, bleibt jedoch auf verträglichem Niveau. Fordert man dem Gerät im Stützbetrieb allerdings alles ab, geht es geräuschvoll zur Sache. Für den Werkstattbetrieb, bei dem Schlagschrauber laufen und Schlüssel klimpern, nicht unbedingt gravierend, für reine Flashanwendungen schon relativ laut – das schaffen Bosch und Mawek auf gleichem Niveau leiser. Bei der Leistung gibt es absolut nichts zu meckern. Das BPC 120 zieht durch: Auch die stundenlange Qual mit 113 Ampere in unserem Test steckte das Gerät ohne Anzeichen von Überhitzung weg. Es blieb sogar etwas kühler an der Gehäuseoberfläche als die grüne und rote Konkurrenz, arbeitete dafür aber hörbar lauter.

Mit dem Konkurrenten Herth + Buss teilt es das Schicksal der fehlenden Pixelanzeige – durchaus ein nettes Feature, wenn man unterschiedliche Informationen angezeigt haben möchte. Wer ein einfaches Batterieladegerät sucht, das hält, was es verspricht und dennoch nicht auf die neusten Akkuladungs- und Stütztechniken verzichten möchte, liegt hier richtig. (SIB)

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Herth + Buss Flash CS120
Herth + Buss steigt mit dem Flash CS120 in den Ring. Es verfügt über ein robustes Stahlblechgehäuse und verzichtet auf ein Display; stattdessen geben 14 LED Auskunft über Batterietyp und den gewählten Betriebsmodus. Das Gerät wird aktiv gekühlt und startet gleich nach dem Einschalten seine verbauten Lüfter. Für den Betrieb in der Werkstatt ist deren Geräusch kein Problem, in der Ausstellungshalle würde es sicherlich auffallen – allerdings ist der Kandidat hierfür auch eher nicht gedacht. Im Dauertest leistet sich das Gerät keine Schwächen, 113 Ampere wandern auch hier stundenlang über die Kabel in unseren Wasserkocher. Beim Laden stehen separate Ladekurven für Nasszellen, AGM und Lifepo-Akkus zur Verfügung, EFB werden über die normale Nasszellenkurve aufgeladen.

Auf der Niederspannungsseite ist bewährte Qualität verbaut: Die Kabel sind mit Dinse-Steckern angeschlossen, die Klemmen sind voll isoliert und abgewinkelt. Da auch das Netzkabel auf der Rückseite angeschlossen wird, bietet sich die Montage auf dem optional angebotenen Werkstattwagen an. Für die Kabel sind Halterungen zum Aufwickeln am Gerät vorgesehen. Die LED-Anzeige ist hell, die Bedienung über die Folientasten einfach und funktional. Da die Anzeige senkrecht verbaut ist, bietet sich der Transport auf einem Werkstattwagen an, damit das Display gut abgelesen werden kann. Auch beim Flash CS120 sitzen vier kleine Lüfter sowie ein gemeinsamer Gehäuselüfter im Inneren, das Geräuschniveau liegt minimal unter dem Mitbewerber Hella + Gutmann. (SIB)

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CTEK PRO120
Mit dem PRO 120 schickt Ctek das größte Testgerät ins Rennen. Es ist als einziges in Kofferbauart gehalten. Auch die Skandinavier setzen auf passive Kühlung und verbauen mittig eine ganze Batterie von Kühlkörpern, die dank der ­aufrechten Anordnung ­konvektiv kühlen – so kann das Gerät längere Zeit Leistung liefern, ohne heiß zu laufen. Für das ansprechende Äußere kommt viel Kunststoff zum Einsatz. Aus unserer Sicht eher etwas für den Showroom oder den separaten Diagnosearbeitsplatz als für den harten Werkstattalltag. Feindkontakt mit der mobilen Werkbank oder dem Motorkran sollte in jedem Fall vermieden werden, gerade weil das Gerät auf eine bodennahe Position angewiesen ist. Die Bedienung über das blau-weiße Display sowie Folientasten erfolgt intuitiv und erschließt sich selbstverständlich. Die Ladekabel sind gemeinsam gemantelt und fest an das Gerät anschlossen, ein schneller Wechsel ist nicht möglich. Minuspunkt: Die Klemmen sind nicht voll isoliert, an der Spitze ragen die massiven Messingkontakte über den Kunststoff hinaus – hier ist beim Anschließen Vorsicht geboten.

In unserem Dauertest lieferte das Gerät 113 Ampere über Stunden ohne zu murren und ohne die Leistung wegen Überhitzung zu drosseln. Das Gehäuse wird oberhalb der Kühlkörper etwas wärmer als bei den aktiv gekühlten Geräten, dafür arbeitet es komplett lautlos – sehr angenehm. Da Lade- und Netzkabel fest mit dem Gerät verbunden sind, braucht es beim Transport beide Hände. (sib)

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Midtronics Pro 50-2
Das Midtronics Pro 50-2 läuft in unserem Test außer Konkurrenz, weil seine Nennleistung mit 50 Ampere nicht mit dem übrigen Testfeld mithalten kann. Ansonsten setzt es wie Herth + Buss auf LED statt Bildschirm. Sein kompaktes Gehäuse besteht vollständig aus robustem Aluminiumstrangprofil. Als einziger Kandidat verfügt das Gerät über zwei Anschlüsse zum parallelen Laden von zwei Batterien. Wegen seiner niedrigen Leistung fallen insbesondere die im Vergleich kleinen Klemmen, die offen liegenden Kontakte und die sehr kleine Steckverbindung ins Auge, mit denen die Ladekabel mit dem Gerät verbunden werden. Als reines Ladegerät neben einem leistungsstarken Gerät fürs Flashen durchaus eine Überlegung wert – die Ladekurven und Batterieerkennung bewegen sich auf dem Niveau der „großen“ Prüflinge. Im Dauertest zeigte das Gerät bei einer Belastung von 48,5 Ampere keine Schwächen, ist aber gemessen an den Spezifikationen der OEM grenzwertig – wenn auch wohl in den allermeisten Fällen ausreichend.

Auch Midtronics verzichtet auf einen physischen Ein-/Ausschalter und realisiert die Funktion über langes Drücken einer der Folientasten – nicht eben edel, aber funktional. Ebenso stehen dem Nutzer hier die drei Ladekurven für Nass, AGM und Lifepo zur Verfügung, blaue LED zeigen den aktuellen Status an. Als einziges Gerät im Test verfügt es über zwei zusätzliche Adern an den Ladekabeln und kann so eine Vierleitermessung die Spannungsverluste über die Kabelerwärmung ausgleichen – schöne Lösung, auch wenn Kabel und Stecker ruhig etwas edler hätten ausfallen dürfen. (SIB)

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Mawek HFL120
Mit seinem HFL120 schickt Mawek als einziger Hersteller ein Ladegerät mit farbigem Touchscreen ins Rennen. Dessen Benutzeroberfläche ist schick gestaltet, die Bedienung über die Aufteilung in sechs Felder sehr einfach und intuitiv – für uns die beste Bedienung im gesamten Testfeld, einfacher geht es wirklich nicht. Kleine Animationen beim Laden/Service sind eher etwas fürs Auge, die wichtigen Parameter Strom/Spannung kommen aber nicht zu kurz. Das rote Gehäuse aus gepulvertem Stahlblech und Aluminium ist robust, über zwei Griffe an den Seiten lässt sich das Gerät angenehm tragen.

Die Ladekabel sind fest mit dem Gerät verbunden, das Kaltgerätekabel kommt ebenfalls mit Verrastung daher. Ein Ein-/Ausschalter ist am Gerät selbst nicht vorgesehen, der Hersteller liefert Netzkabel mit Schalter auf Wunsch als Zubehör. Die Ladeklemmen selbst sind voll isoliert und gerade ausgeführt, der Griff gummiert. In puncto Leistung zeigt das in Deutschland gefertigte Gerät keine Schwächen. Vier Stunden lang quälten wir 113 Ampere aus dem Kraftprotz – Leistungseinbrüche? Nicht vorgekommen, starke Leistung! Im Betrieb blieb es bei leicht erhöhter Gehäusetemperatur und auf gleichem Niveau wie Bosch und Herth + Buss. Dennoch arbeitet es auch unter Dauervollast angenehm leise und teilt sich mit Bosch den ersten Platz in Sachen Lautstärke bei maximaler Last. Eine Halterung für die Kabel kann oben auf dem Gerät aufgeschraubt werden. (SIB)

Fazit: In allen Formen und Farben
Äpfel mit Birnen zu vergleichen, ist immer schwierig. Daher ist es kaum machbar, die Gehäuse- und Aufstellformen direkt gegenüberzustellen – zu verschieden sind die Anforderungen in der eigenen Werkstatt. So kann man das Ladegerät direkt an die Hebebühne hängen, es neben das Fahrzeug stellen und abseits der Hebetechnik flashen oder es auf dem Werkstattwagen spazieren fahren.

Wer leistungshungrige Pkw flashen will, kommt um ein leistungsstarkes Gerät nicht umher. Dabei sollte man darauf achten, welche Dauerleistung angegeben wird – häufig findet sich diese Angabe nur im Kleingedruckten. Doch sie ist die ausschlaggebende Größe, wenn es hart auf hart kommt und das Gerät unter ungünstigen Bedingungen (Hochsommer!) stundenlang viel Strom liefern muss. In solchen Fällen können hochgelobte, aber mit wenig Dauerleistung ausgestattete Kandidaten mitunter nur noch die Hälfte ihrer Nennleistung abgeben.

Aus diesem Grund empfehlen BMW und VW wenigstens 60 Ampere dauerhafte Leistung zum Flashen, die hauseigenen Geräte liefern auch mehr. Unter normalen Bedingungen – also nicht zu warm, voll geladene und intakte Batterie, Codierdauer etwa zwei Stunden – reicht in aller Regel ein 60-A-Gerät, das diese Leistung auch bringen kann, vollkommen aus. Wer für leistungsstarke Oberklassefahrzeuge mit ihren vielen elektronischen Helfern gewappnet sein möchte und gerne auch Reserven hat, sollte sich in der Klasse um 100 A umschauen. In unserer Vergleichstabelle finden sich die technischen Daten im Überblick. (sib)