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Foto: Dometic

Sicheres Abbiegen

Abbiegehelfern auf den Zahn gefühlt

Nutzfahrzeugflotten rüsten verstärkt Abbiegeassistenten nach. Die Feuerwehr Emsdetten setzt zum Beispiel auf ein System von Dometic. Der ADAC unterzog kürzlich verschiedene Lösungen einem Test.

Gerade in Notfällen und Stresssituationen helfen Assistenzsysteme bei der Unfallvorbeugung. Davon ist man auch am Standort der Freiwilligen Feuerwehr in Emsdetten überzeugt. Einer Pressemeldung des Anbieters Dometic zufolge haben sich die Einsatzkräfte für einen Abbiegeassistenten des schwedischen Herstellers mit Deutschlandsitz in Emsdetten entschieden. Ein ADAC-Test bescheinigte jüngst die Produktqualität: Der Automobilclub hat kürzlich neun Lkw-Abbiegeassistenten zum Nachrüsten getestet.

Zwei Systeme erreichten die Note „gut“ und drei die Bewertung „befriedigend“, vier wurden mit „mangelhaft“ eingestuft. Die Probanden fallen unter die Kriterien der vom Bundesverkehrsministerium geförderten „Aktion Abbiegeassistent“ und kosten zwischen rund 970 und 3.700 Euro. Dazu kommen noch die Kosten für den Einbau. Die ADAC-Tester nahmen die Systeme unter realen Bedingungen im Straßenverkehr und auf einem Testgelände unter die Lupe und überprüften etwa, ob die Geräte rechtzeitig auf Inlineskater und Rollstuhlfahrer reagieren, wie groß der jeweilige Abdeckungsbereich ist und wie oft eine fehlerhafte Warnung ausgelöst wird.

Testsieger ist das TASET001 genannte Produkt von Eyyes mit der Note 2,2. Es ist auch der teuerste Proband im Test. Die Tester loben, dass es im realen Straßenverkehr keine Fehlermeldungen produzierte und Radfahrer auch noch in einem seitlichen Abstand von 6 Metern zum Lkw erkennen konnte. Die optische Rückmeldung an den Fahrer war leicht und verständlich.

Seitenblick zum Nachrüsten

Mehr Sicherheit im City-Verkehr versprechen Abbiegeassistenten zur nachträglichen Installation. Gut für Werkstätten, schließlich benötigen neu zugelassene Lkw ab 2024 ein System an Bord.
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Die anderen mit gut und befriedigend bewerteten Systeme von H3M (Truck! Warn Flex), Knorr-Bremse (Pro Fleet +Gen2), Wüllhorst (WUE AAS.4.0) und Dometic (BSC01) waren ebenfalls in der Lage, zwischen statischen Objekten und ungeschützten Verkehrsteilnehmern zu unterscheiden und lösten keinen Fehlalarm aus. Außerdem registrierten sie ungeschützte Verkehrsteilnehmer bei fast allen Geschwindigkeiten, Abständen und Testvarianten. Eine Warnung an den Lkw-Fahrer erfolgte durch optische und akustische Signale.

Bei den als mangelhaft eingestuften Systemen von Rosho (Turn CAM), Axion (ICA Turn-Assist AAS Set), H3M (Truck! Warn Deluxe) und Continental (RightViu) kritisierten die Tester eine hohe Anzahl an Fehlwarnungen sowie einen kleinen Sichtbereich. Die Systeme von Rosho, Axion und Dometic erfassten zudem Radfahrer nur, wenn sie den Lkw überholten, jedoch nicht, wenn beide nebeneinander fuhren oder der Lkw den Radfahrer überholte. Das Conti-System funktionierte nur, wenn der Fahrer den Blinker gesetzt hatte.

Lkw-Abbiegeassistenten erkennen Fahrradfahrer und Fußgänger, die sich im toten Winkel befinden und tragen dazu bei, gefährliche Situationen zu vermeiden. Bislang ist das Vorhandensein eines Abbiegeassistenten noch nicht verpflichtend. Ab 2022 muss jedoch jeder neue auf den Markt kommende Lkw mit einem solchen System ausgestattet sein; ab 2024 gilt diese Vorschrift für alle Neufahrzeuge. (Elfriede Munsch/SP-X/mas)

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Foto: ADAC Zwei Systeme erreichten die Note „gut“ und drei die Bewertung „befriedigend“, vier wurden mit „mangelhaft“ eingestuft.

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