Foto: Goodyear

Winterreifen

365 Tage Schnee

Vor der Praxis kommt die Grundlagenforschung - insbesondere bei Reifen: Goodyear leistet sich ein Schneelabor in Luxemburg. Dort führen Ingenieure Reibungstests durch.

In einigen Regionen der Welt gibt es dutzende Wörter für Schnee – der Grund ist dessen unterschiedliche Beschaffenheit. Wie Goodyear jüngst bekannt gab, leistet sich der Reifenhersteller ein Schneelabor in Luxemburg, um Wechselwirkungen zwischen Schnee in verschiedenster Ausprägung und den Reifen zu untersuchen. In Kombination mit Testfahrten in der Schweiz, Skandinavien sowie Neuseeland schrauben die Hessen so am Leistungsniveau der Winterreifen-Reihe UltraGrip, hieß es in einer Meldung.

Hintergrund: Schnee verändert permanent seinen Zustand: Während trockener Pulverschnee 30 kg/m³ wiegt, kann am Boden verdichteter alter Schnee eine Masse von 500 kg/m³, Firn sogar 800 kg/m³ erreichen. Die Wissenschaft des Schnees gilt daher laut Goodyear als Königsdisziplin der Winterreifen-Entwicklung. Je variabler der Schnee ist, umso mehr verändert sich die Beschaffenheit einer Schneefahrbahn. Die Struktur des Schnees hat daher direkten Einfluss auf die Performance eines Reifens.

Im Goodyear Innovation Center Luxemburg analysieren Ingenieure Schneeproben mittels Micro-Computertomografie und kombinieren verschiedene Schneekristall-Formationen, um Fahrten zu simulieren. „Die Erkenntnisse helfen uns, die Morphologie des Schnees und ihre Auswirkungen auf die Leistung von Winterreifen noch besser zu verstehen“, erläuterte Frank Schmitz, Leiter des physikalischen Labors. Mithilfe von Messgeräten, wie einem Tribometer, untersuchen Materialwissenschaftler die Reibung des Reifens auf Schnee, um Gummimischungen, Profile und Lamellenanordnungen zu optimieren.