Technologischer Vorsprung in Gefahr?
Die deutschen Werkstattausrüster stehen in der Gefahr, ihren technologischen Vorsprung zu verlieren, sollte die Politik nicht rasch auf neue Entwicklungen zur Prüfung von Dieselabgasen reagieren. Das wurde bei einem Gespräch deutlich, zu dem Maha Politiker eingeladen hatte, um auf die Umweltvorteile der neu entwickelten Opazimeter der zweiten Generation hinzuweisen.
Dass bei der heutigen Diesel-AU akuter Handlungsbedarf besteht ist unbestritten. Die eingesetzte Messtechnik stammt noch aus den 80-er Jahren des vorigen Jahrhunderts und ist nicht mehr in der Lage, die Partikelemissionen moderner Diesel zu messen. „Die Trübungsmesstechnik, auf der heutige Opazimeter beruhen, hatte zum Ziel, die sichtbaren Rußemissionen zu erfassen“, erklärte Klaus Burger, Geschäftsführer von Maha und Präsident des ASA-Verbandes. Um sicherzustellen, dass die Wirksamkeit moderner Partikelminderungssysteme bei der Abgasuntersuchung überprüft werden kann, sei eine neue Generation von Messgeräten notwendig, die in der Lage sind, die Partikelmasse zu bestimmen. Damit sich Politiker ein Bild von der Notwendigkeit der Einführung der neuen Messtechnik machen können, hat Maha Dr. Gerd Müller, MdB und Stephan Stracke, MdB zu einem Umweltgespräch nach Haldenwang eingeladen.
Dabei machte Burger deutlich, dass die deutschen Werkstattausrüster bereits solche Geräte zur Serienreife entwickelt und in zahlreichen Versuchsreihen deren Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt haben. Die neue Messtechnik ist in der Lage, auch die Opazität zu ermitteln und kann damit heutige Opazimeter für die Durchführung der Diesel-AU schrittweise ersetzen. Die Markteinführung der neuen Gerätetechnik scheiterte bisher jedoch an den hohen bürokratischen Hürden, die in Deutschland für die Zulassung eines neuen Gerätes zu nehmen sind. Konkret sei es bisher trotz intensiver Bemühungen und der Zusage einer finanziellen Unterstützung seitens der Werkstattausrüster nicht gelungen, bei der PTB eine Zulassung für die neuen Dieselabgastester zu erhalten. „Da nun auch Werkstattausrüster aus anderen Ländern mit dieser Technologie nachziehen, stehen die deutschen Unternehmen, die das Laser-Streulichtverfahren mit hohem Aufwand zur Serienreife entwickelt haben, in der Gefahr, ihren technologischen Vorsprung zu verlieren“, so Burger. Daher appellierte er an die Politiker, ihre Einflussmöglichkeiten zu nutzen, damit die bürokratischen Hürden im Bundeswirtschaftsministerium - als übergeordnete Behörde der PTB - bei der Zulassung der neuen Messtechnik abgebaut werden, so dass die Opazimeter der zweiten Generation baldmöglichst zum Einsatz kommen können. Burger wies darauf hin, dass sich die Werkstattausrüster weitere Verzögerungen nicht leisten können und notfalls Zulassungsverfahren in anderen europäischen Staaten anstreben werden.
Antonio Multari, Leiter Projektmanagement bei Maha, wies während der Präsentation der neuen Dieselmesstechnik auch auf die Problematik der in Deutschland geltenden Grenzwerte für die Diesel-AU hin. „Der heute gültige Grenzwert von 1,5 m-1 ist deutlich zu hoch angesetzt. Diesen Wert erreicht selbst ein älterer, gut gewarteter Dieselmotor auch ohne Partikelminderungssystem“, sagte Multari. Es sei nicht nachvollziehbar, dass Fahrzeuge, die mit einem k-Wert von 0,5 m-1 und darunter homologiert sind, bei der AU einen gegen einen Grenzwert von 1,5 m-1 geprüft werden. Hier besteht seinen Worten zufolge seitens der Politik dringender Handlungsbedarf, im Sinne eines besseren Umwelt- und Gesundheitsschutzes die Grenzwerte an die aktuelle Fahrzeugtechnik und die geltenden Schadstoffnormen anzupassen.
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