Trailerhersteller Kögel schließt Werk Burtenbach
Nach ergebnislosen Verhandlungen gibt der Trailerhersteller Kögel den langjährigen Standort Burtenbach bei Günzburg auf und verlagert die Produktion an einen neuen Standort. Von der Werksschließung sind über 440 Mitarbeiter betroffen.
Laut Thomas Heckel, dem Vorsitzenden der Kögel-Geschäftsführung, habe man sich seit der Übernahme durch Humbaur im November 2009 intensiv bemüht, den Standort zu halten. „Bei den Gesprächen mit der Eigentümerbank Fortis Lease haben wir sowohl einen Kauf als auch eine langfristige Miete des Geländes angeboten. Bis heute haben wir aber keine definitive Entscheidung erhalten. Selbst die Gespräche mit dem Bundestagsabgeordneten für den Landkreis Günzburg und anderen Politikern haben außer zu leeren Versprechungen und Solidaritätsbekundungen zu nichts geführt“, bedauert Heckel in einer aktuellen Pressemitteilung.
Zu der derzeitigen Situation war es Unternehmensangaben zufolge gekommen, weil die früheren Kögel-Gesellschafter die Gebäude und das Gelände an die Fortis Lease veräußert und über eine den Altgesellschaftern gehörende Zwischengesellschaft langfristig zurückgemietet haben. Da Bank und Altgesellschafter dieses Zwischenmietverhältnis auch nach der Insolvenz aufrechterhalten haben, konnte der neue Investor die Produktionsgebäude nicht wie gewünscht übernehmen. Die angestrebte Übernahme zum Ablauf des derzeitigen Mietverhältnisses sei ebenfalls gescheitert.
Laut Heckel ist daher ein neues Werk an einem neuen Standort geplant. „Bis dieser gefunden und das neue Werk errichtet ist, wird Kögel die gesamte Produktion aus Burtenbach abziehen und vorübergehend in das Humbaur-Werk in Gersthofen bei Augsburg und teilweise an weitere Standorte in der Umgebung von Gersthofen verlagern müssen“, erklärt Heckel. Ein Großteil der derzeit 441 Mitarbeiter werde deshalb zunächst mit zusätzlicher Kurzarbeit rechnen müssen und auch bei den bisherigen Zulieferern in der Umgebung von Burtenbach seien ebenfalls rund 400 Beschäftigte von der Produktionsverlagerung betroffen, heißt es in der Pressemitteilung.
Trotz Produktionsverlagerung werde Kögel nach eigenem Bekunden das gesamte Produktprogramm auch weiterhin anbieten können. Während die Endmontage-Linie im Humbaur-Werk in Gersthofen installiert wird, werden die Beschichtung und die Schweißerei vorübergehend an andere Standorte verlagert. „Wir können auch künftig alle bisherigen und alle neuen Aufträge in gewohnt hoher Kögel-Qualität erfüllen“, betont Thomas Heckel.
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