Autogastechnik im Zeitraffer
Mit der Präsentation des modularen Autogas-Systems erweitert Vialle Alternative Fuel Systems seine Produktpalette im Bereich Autogas-Antrieb. Das LPfi-System ermöglicht den Nachrüstbetrieben in Zukunft, die Systeme flexibel für alle 3-, 4- oder 6-Zylinder-Motoren bis 210 kW einzusetzen.
Der Ursprung der Autogastechnologie fußt in den 1930er Jahren. In Deutschland begann die Nutzung von Flüssiggas als Antriebsenergie für Kraftfahrzeuge bereits 1935, Initialzündung war die industrielle Verfügbarkeit und eine Steuerermäßigung von 50 bis 75 Prozent auf den neuen Kraftstoff. Vier Jahre später wurde sogar der Gasbetrieb für Omnibusse vorgeschrieben. Das Tanken gestaltete sich damals noch recht aufwändig durch Flaschenwechsel zum Beispiel auf Sackkarren. Die Verdampfer und Druckregler waren einfach: die einstufigen Treibgasanlagen verzichteten auf eine Vorwärmung, die Nachverdampfung übernahm ein Rüssel in der Abgasanlage. Die Solex-Pintsch-Treibgasregler waren bereits zweistufig aufgebaut, die Vorwärmung erfolgte durch Rohrschlangen an der Abgasanlage. Der zweistufige Pallas-Treibgasregler sorgte für eine Vorwärmung durch Motorkühlwasser vor und während der Entspannung. Der nächste Technologiesprung erfolgte erst in den 1980er Jahren nach Einführung der G-Kat-Systeme. Die zweite Generation der LPG-Systeme verfügte über elektronische Gasmengenregelung per Lambdasonde sowie über ein schrittmotorgesteuertes Gasregelventil. Ab etwa 1990 stellte die dritte Generation Gaseinblasventile als Gas-Rails zur Verfügung. Elektronisch gesteuert wurde das System nach dem Master-Slave-Prinzip. Bis heute gilt diese Technik als die am weitesten verbreitete. Eine vierte Generation der LPG-Systeme wurde ab etwa 1995 entwickelt und ist unter dem Namen Liquid Propane Injection des Herstellers Vialle AFS aus den Niederlanden bekannt. LPI verfügt über Flüssigphasen-Einspritzventile; die elektronische Ansteuerung erfolgt ebenfalls als Master und Slave. Im Tank befindet sich eine Autogas-Kraftstoffpumpe mit Ringleitung. Als Vorteile wird dabei bezeichnet, dass das System auch für monovalenten Betrieb geeignet ist. Als fünfte Generation (Liquid Propane direct injection) kommt bei direkteinspritzenden Motoren LPdi zum Einsatz.
Für Direkteinspritzer jetzt direkt
Bereits auf der IAA in Frankfurt und der AMI in Leipzig präsentierte das niederländische Unternehmen VIALLE alternative fuel systems erstmals das neue Autogas-System LPdi. Das Kürzel steht für Liquid Propane Direct Injection-System und soll laut Geschäftsführer Peter Rutten für eine ganze Reihe von Motoren im OEM- und Nachrüstbereich einsetzbar sein. Nach drei Jahren Forschung in der hauseigenen F&E-Abteilung ist den Niederländern gelungen, erstmals ein serienreifes Direkteinspritz-Autogas-System zu entwickeln. Das System wurde in verschiedenen VW- und Seat-Fahrzeugen bei Dauerlauftests auf der Dauerlaufrolle und der Straße ausgiebig getestet und funktioniert laut Hersteller absolut einwandfrei. Da LPdi wie ein Benzin-Einspritzsystem arbeitet, wurde die bewährte LPi-Technik konsequent weiterentwickelt. Das Autogas kann nun analog zur Einspritzung des Benzins direkt flüssig in den Zylinder gespritzt werden. Als Vorteile resultieren daraus: eine monovalente Autogas-Zündung komplett ohne Benzin, mehr Motorleistung und eine nahezu rückstandsfreie Verbrennung, so dass dieses System komplett wartungsfrei arbeiten kann. Wie bereits 1995 mit Vorstellung der Flüssigphaseneinspritzung „Liquid Propane Incection“, kurz LPI, will sich der Konzern damit als technologische Spitze unter den führenden Autogas-System-Herstellern hervorheben.
© 2010 amz.de - Autogastechnik im Zeitraffer, Technik






Neuer Kommentar